Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher wollen Russische Antarktisbohrung verhindern

29.07.2004


Angst vor Umweltkatastrophe im unterirdischen Wostok-See



Internationale Wissenschaftler warnen vor der geplanten russischen Antarktisbohrung am unterirdischen Wostok-See, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature . Der einzigartige See liegt fast 4.000 Meter unter dem ewigen Eis des Südpols und ist seit 20 Mio. Jahren von der restlichen Umwelt abgeschottet. Im Dezember wollen russische Forscher den See erreichen. Experten fürchten die große Gefahr einer Kontamination.



Der Plan der russischen Forscher sei zu hastig, die Ausrüstung sei nicht genügend getestet und könnten die 5.400 Kubikkilometer Wasser leicht verseuchen, befürchten etwa die Experten der Bristish Antarctic Survey BAS. Die ehrgeizigen Pläne der russischen Polarforscher werden beim Treffen des Scientific Committee on Antarctic Research jedenfalls zu heftigen Debatten führen, zeigen sich jetzt schon Wissenschaftler überzeugt. "Dieser See ist zu einzigartig, um damit zu experimentieren", meint Cynan Ellis-Evans, BAS-Mikrobiologe. Tatsächlich sind viele Polarforscher an das Wissenschaftsportal Nature herangetreten, um gegen eine Bohrung zum Wostok-See zu protestieren, wie das Magazin selbst berichtet. Es gebe mehr als 100 andere Seen, die ebenfalls unter der ewigen Eisdecke des Südpols liegen, argumentierten die Forscher. Diese könnten als Test für Bohrmaterial und zum Studium der Ökosysteme im ewigen Eis ebenfalls herangezogen werden.

Doch das russische Team ist stolz auf seine Arbeit und berichtet darüber, dass das Bohrloch in die Tiefe bereits 3,5 Kilometer tief sei. 1998 wurde die Arbeit rund 130 Meter über der Seeoberfläche gestoppt, da das Team von Valery Lukin vom Arctic and Antarctic Research Institute in St. Petersburg bemerkte, das der Bohrer nicht steril sei. Das Wasser des Sees steht unter hohem Druck, angeblich sogar bis zu 400 Atmosphären. Das bedeutet, dass das Wasser des Sees im Bohrloch friert. Genau dieses gefrorene Wasser will Lukin an die Oberfläche holen. Internationale Forscher warnen aber davor, dass das Bohrloch rund 60 Kubikmeter Kerosin enthält. Offensichtlich steht Lukin aber unter politischem Druck. Die anderen Forscher stoßen bei ihren Rufen nach einer Lösung des Problems auf taube Ohren. Niemand scheint sich in der internationalen Staatengemeinschaft um eine Verseuchung des unterirdischen Sees zu kümmern, beklagt auch Jean-Robert Petit vom französischen Laboratory of Glaciology and Environmental Geophysics.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com
http://www.antarctica.ac.uk
http://www.scar.org

Weitere Berichte zu: Antarctic Antarktisbohrung Bohrloch Polarforscher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften