Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Gefrorene Arche" konserviert DNA gefährdeter Tierarten

27.07.2004


1.130 Säugetierarten und 1.183 Vogelspezies werden aussterben

... mehr zu:
»Arche »DNA »Probe »Tierart

Ein in Großbritannien gelaunchtes Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, den genetischen Code von gefährdeten Tierarten für die Zukunft aufzubewahren. Die "Gefrorene Arche" wird DNA von Säugetieren, Vögeln, Insekten und Reptilien, die vom Aussterben bedroht sind, sammeln. Die ersten Proben von gefährdeten Arten wie der Socorro-Taube, der Säbelantilope und dem gelben Seepferdchen sind gestern, Montag, eingefroren worden.

Es gibt keine Pläne, die DNA zum Klonen zu verwenden, aber die Forscher hoffen, dass es bei der Erhaltung und genetischen Forschung helfen kann. Das Projekt wird vom Institut für Genetik an der Universität von Nottingham http://www.nottingham.ac.uk/genetics unterstützt. Die Kollektion der Proben wird im Natural History Museum http://www.nhm.ac.uk und bei der Zoologischen Gesellschaft aufbewahrt. Duplikate der Proben werden auch im Zentrum für die Reproduktion gefährdeter Arten in San Diego http://www.sandiegozoo.org/conservation/cres_home.html und im Zentrum für die Ressourcenspeicherung von Tiergenen in Melbourne http://www.monashinstitute.org/early_development.cfm?doc_id=145 verwahrt. Laut BBC werden Tausende von Tieren innerhalb der nächsten Jahre verschwinden, darunter 1.130 Säugetierarten und 1.183 Vogelspezies.


Die Wissenschaftler werden die Priorität zunächst auf jene Tiere legen, die schon in fünf Jahren ausgestorben sein werden, sowie auf jene, die nur mehr in Gefangenschaft leben. Dann werden sie sich den Tausenden Arten widmen, die in den nächsten Jahrzehnten verschwinden werden. Proben von Tieren aus Aufzuchtprogrammen, Zoos und wilden Populationen werden gesammelt und bei minus 80 Grad Celsius gefroren. Obwohl einige Forscher auch schon über das Potential des Klonens in der Zukunft gesprochen haben, hat Sir Crispin Tickell, der Schirmherr der "Gefrorenen Arche" betont, man solle sich von dieser Idee nicht allzu sehr mitreißen lassen.

Wenn große Mengen an Proben gespeichert werden, würde das etwa 200 Pfund pro Spezies kosten. Anne McClaren, Vorsitzende des Vorstands von der "Gefrorenen Arche", sagte das Motiv dahinter sei ein ethisches. Es sei ihr immer außerordentlich traurig und falsch vorgekommen, dass eine Spezies ausgerottet wird ohne zumindest ihre DNA zu hinterlassen, deren Erbgut entschlüsselt werden kann." Phil Rainbow vom Natural History Museum gab an, das derzeitige Schwund von Tieren wäre der größte in der Geschichte der Erde, und beschrieb das Schicksal der Tierarten als "verzweifelt". "Der Fortschritt in der Molekularbiologie geht so schnell voran, dass wir nicht vorhersagen können, welche außergewöhnlichen Dinge in den nächsten Jahrzehnten möglich sein werden."

Roger Higman, Koordinator für Biodiversität bei der Organisation Friends of the Earth http://wwwfoeeurope.org sagte hingegen, die Anstrengungen der Konservierung sollten sich auf die Aufbewahrung von Lebensräumen konzentrieren anstatt auf DNA. "Wir sind zwar nicht gegen die Idee, aber die Gefrorene Arche ist keine praktische Lösung zum Schutz der Diversität". Außerdem seien für den Schutz genetischer Diversität mindestens 3.000 Individuen jeder Spezies notwendig.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nottingham.ac.uk/genetics

Weitere Berichte zu: Arche DNA Probe Tierart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise