Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaänderung stört auch Leben der Tiefsee

23.07.2004


Erwärmung lässt Spezies verschwinden


Dass auch die Tiefen der Ozeane wegen der Klimaänderung auf der Erdoberfläche zunehmend unter Druck geraten, haben Wissenschaftler der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla/Kalifornien nun nachgewiesen. Demnach reagieren die Lebewesen am Meeresgrund extrem empfindlich auf Temperaturschwankungen, berichten die Wissenschaftler in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science.

Bisher, haben Wissenschaftler angenommen, sei das Leben in Tiefen von 4.000 Metern und darunter von der Veränderung des Oberflächenklimas verschont geblieben. Bodenproben und Messungen von organischem Material in Tiefen von 4.100 Metern haben aber gezeigt, dass sich Temperaturänderungen des El Nino auf den Rhythmus des Tiefseelebens extrem auswirken. Das Team um Henry Ruhl hat festgestellt, dass sich die gesamte Verteilung der Arten je nach Temperatur verändert. Die meisten Tiere ernähren sich vom so genannten organischen Regen, das sind abgestorbene organische Partikel, die zu Boden sinken.


Offensichtlich fiel den Forschern auf, dass gewisse Arten von Seegurken, das sind jene Tiere, die die vorherrschenden Spezies am Meeresgrund sind, mit den unterschiedlichen Temperaturen kamen und wieder verschwanden. In Zeiten vor dem El Nino war Nahrung in diesen Tiefen relativ knapp und gewisse Seegurken waren häufig anzutreffen. Während des El Nino fiel wesentlich mehr organisches Material zu Boden und die Art verschwand fast gänzlich. Umgekehrt fiel auf, dass weiße Seegurken, die vor dem El Nino sehr selten anzutreffen waren, plötzlich häufig auftraten.

Die Arbeit zeige, dass auch die Tiefsee trotz der Berge von Wasser darüber von Klimaänderungen nicht verschont bleibe und dass die Veränderungen dort ebenso wirken wie in den flachen Gewässern und an der Erdoberfläche, meint Ruhl. Kritik erntet Ruhl allerdings vom Tiefseebiologen Ron Kaufmann von der Universität von San Diego, der die Arbeit zwar als solide bezeichnet, allerdings kritisiert, dass es sich eher um Korrelationen des Klimageschehens handle als um Beweise. "Die Wahrheit ist, dass die tatsächliche Verknüpfung noch nicht vollständig hergestellt werden konnte", meint Kaufmann, der einräumt, dass die Tiefsee sehr wohl ein äußerst fragiles Ökosystem darstellt, es aber viel zu wenig Daten darüber gebe. "Für die meisten Menschen gibt es dort unten nur ein paar Steine, Würmer und Schmutz", so Kaufmann.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org

Weitere Berichte zu: Klimaänderung Nino Seegurken Temperatur Tiefsee

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise