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Innovative Strategie zur Einführung von Schutzmaßnahmen für die Lederschildkröte

21.06.2004

Die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) ist die beeindruckendste Meeresschildkröte. Sie ist jedoch gefährdet, sobald sie in Fischereigebiete kommt, da sie von Netzen oder Angelhaken gefangen werden kann. Für die Lederschildkröten des Pazifiks konnte man Wanderkorridore ausmachen, die Schutzmöglichkeiten eröffnen. Dank der Bemühungen des CNRS und von Forschern des CLS in Frankreich kann heute die Kartographie der Lederschildkrötenbewegungen im atlantischen Ozean (wo sich ihr letzter Laichort befindet) vervollständigt werden.

Der Ozeanographe des CNRS Jean-Yves Georges zusammen mit einer Lederschildkröte, die mit einer Argos Bake ausgestattet ist Š JY Georges - CEPE, CNRS Die Anzahl der Lederschildkröten im Pazifik ging in den letzten 30 Jahren drastisch zurück, und sie stehen heute auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Die Wissenschaftler erhielten jedoch durch die Identifizierung ihrer Wanderkorridore Schlüsseldaten für den Schutz dieser Spezies: die Fischereigebiete konnten auf räumlich begrenzte Zonen reduziert werden.

Der atlantische Ozean verfügt heute über die letzten großen Orte, an denen die Lederschildkröte ihre Eier ablegt, von Surinam und Guyana bis hin nach Neufundland, von der Nordsee bis hin zu den westlichen Küsten Zentralafrikas. Die Bewegungen der Schildkröten wurden jedoch bisher nie untersucht.

Diese Lücke ist jetzt geschlossen: dank der Ausstattung von 30 Lederschildkröten mit „Argos“ Baken konnten die französischen Wissenschaftler die Bewegungen der Schildkröten kartographieren. Sie begleiteten die Tiere 2-3 Monate lang im Juni während der Zeit des Eierlegens in Guyana und Surinam, aber auch während der 2-3 Jahre langen Wanderungen zwischen 2 Laichperioden, wenn die Schildkröten Strecken bis zu 30.000 km zurücklegen. Der Zusammenhang zwischen den Wanderungen und den ozeanographischen Verhältnissen wurde ebenfalls untersucht.

Diese Ergebnisse sind zahl- und aufschlußreich. Während der Zeit des Eierlegens konzentrieren sich die Schildkröten in der Nähe des Maroni Flusses, an der Guyana-Surinam Grenze und bleiben auf dem Kontinentalschelf. In dieser Zone ist jedoch unter anderem die Garnelenfischerei sehr aktiv, wodurch es zu vielen ungewollten Fängen der Schildkröten kommt.

Zwischen 2 Laichperioden bleiben die Schildkröten nicht in Korridoren, wie im pazifischen Ozean: sie verteilen sich aktiv im gesamten nordatlantischen Ozean. Sie bleiben lieber in der Nähe von produktiven ozeanischen Strömungsprozessen, wie dem warmen Golfstrom oder den Äquatorströmen. Dort befinden sich für die Schildkröten auch die Gebiete, in denen sich ihre wichtigste Beute, die Quallen, wegen der Meeresströme sammeln. Dort befinden sich jedoch auch bevorzugt weitere Spezies, wie Thunfisch, was noch einmal zur aktiven Fischerei und zu Unfällen (zumindest für Schildkröten) führt.

Diese Entdeckungen von solchen „hot Spots“ schaffen neue wissenschaftliche Grundlagen, die für das Ergreifen künftiger Maßnahmen zum Schutz der Lederschildkröten nötig sein werden. Jedoch bedeutet diese starke Variabilität dieser Hot Spots auch, dass geeignete Schutzstrategien erforderlich sind. Diese Arbeit wurde im renommierten Wissenschaftsjournal „Nature“ veröffentlicht.

Kontakt:

Jean-Yves Georges
Centre d’Ecologie et Physiologie Energétiques, UPR 9010 du CNRS
Campus Cronenbourg, 23, rue Becquerel , 67087 Strasbourg Cedex 2
Email: jean-yves.georges@c-strasbourg.fr
Tel.: +33 388 106 947
Fax: +33 3 88 10 69 06
Yvon Le Maho
Directeur du Centre d’écologie et physiologie énergétiques
Centre d’Ecologie et Physiologie Energétiques, UPR 9010 du CNRS
Campus Cronenbourg , 23, rue Becquerel , 67087 Strasbourg Cedex 2
Email: yvon.lemaho@c-strasbourg.fr
Tel.: +33 3 88 10 69 00
Fax: +33 3 88 10 69 06

Philippe Gaspar
Collecte Localisation Satellites, CLS
8-10, rue Hermès, Parc Technologique du Canal
31526 Ramonville Saint-Agne Cedex, France
Email: philippe.gaspar@cls.fr
Tel.: +33 5 61 394 700
Fax: +33 5 61 751 014

Jean-Michel Nataf | Wissenschhaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.cepe.c-strasbourg.fr
http://www.cls.fr

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