Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besseres Management für europäische Ökosysteme

18.06.2004


Die europäischen Ökosysteme sind einem starken Wandel unterworfen - sowohl durch Veränderungen des Klimas als auch der Landnutzung. Neue wissenschaftliche Methoden wurden bereits entwickelt, um die zukünftige Landschaftsentwicklung zu untersuchen. Das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung ist jedoch nur zu erreichen, wenn die Forschung zur integrierten Bewertung von Ökosystemen in der Zukunft noch an Bedeutung gewinnt. Dies stand im Zentrum des Workshops "Globale Veränderungen und die Zukunft der Ökosysteme in Europa", der vom 10. bis 11. Juni in der Europäischen Umweltagentur (EUA) in Kopenhagen stattfand.



Der Workshop, den die EUA gemeinsam mit dem europäischen Projekt AVEC (Integrierte Bewertung von empfindlichen Ökosystemen bei globalen Veränderungen) und dem Millennium Ecosystem Assessment (MA) veranstaltete, brachte Wissenschaftler mit Politikberatern der Europäischen Kommission und neun nationalen Regierungen zusammen. Bei der Eröffnung des Workshops wies die geschäftsführende Direktorin der EUA, Jacqueline McGlade, darauf hin, dass eine nachhaltige Entwicklung der europäischen Landschaften "neueste, solide wissenschaftliche Informationen erfordert sowie Visionen über langzeitige mögliche Entwicklungen auf all den Gebieten, die bei der Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung der Umwelt eine Rolle spielen." Sie schloss damit, dass die neue Methode der integrierten Bewertung von Ökosystemen mit Szenarien und Landnutzungsaufstellungen im Zentrum neuer Aktivitäten der EUA stehe.

... mehr zu:
»AVEC »Assessment »EUA »PIK »Ökosystem


Den Repräsentanten der EU wurde die Wichtigkeit des MA verdeutlicht. Sie zeigten starkes Interesse daran, ein von der EUA koordiniertes europäisches Millennium Ecosystem Assessment zu beginnen. Workshop-Teilnehmer stimmten darin überein, dass Wissenschaftler sowohl sozial- als auch naturwissenschaftlicher Disziplinen, Landeigentümer und -nutzer sowie Politikberater enger zusammenarbeiten müssen, um das Risiko für Biodiversität, Erträge der Land- und Forstwirtschaft, Wasserressourcen und anderer Leistungen zu verringern.

Der Leiter von AVEC, Wolfgang Cramer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), begrüßte diese breite Übereinstimmung über die Bedeutung globaler Änderungen von Ökosystemen. Die Zusammenarbeit mit der EUA ist notwendig, um die Grundlage für eine bessere umweltfreundliche Bewirtschaftung in Europa zu schaffen. Einige der so entwickelten Methoden werden auch für Entwicklungsländer anwendbar sein, wo die negativen Auswirkungen der Umweltveränderungen oftmals schneller und direkter zu erkennen sind als in Europa.

Der Workshop markierte auch einen wichtigen Schritt im EU-geförderten Projekt AVEC, dessen Hauptziel die Entwicklung von Netzwerken und von gemeinsamen Diskussionsgrundlagen für Ökosystem-Wissenschaftler ist. Ein - obwohl kleiner, aber trotzdem wichtiger - europäischer Beitrag zu den Bewertungen solcher Tendenzen ist die Teilnahme von jungen Wissenschaftlern in den EU-geförderten AVEC-Sommerschulen, deren nächste für 2005 geplant ist. Die nachfolgende Generation von Experten wird entscheidend sein für das bessere Verständnis von Ökosystemen sowie für eine nachhaltige Politik.

Kontakt:
Prof. Wolfgang Cramer, wolfgang.cramer@pik-potsdam.de
Pressestelle: Anja Wirsing, anja.wirsing@pik-potsdam.de, Tel. 0331/288-2507

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) wurde 1992 gegründet und beschäftigt 121 Wissenschaftler. Seine Forschungen zu Klimawandel, Klimafolgen und nachhaltiger Entwicklung sind international anerkannt. Das PIK gehört zur Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL).

Das Millennium Ecosystem Assessment (MA) ist die bisher größte internationale Studie über die Verknüpfung der Ökosysteme der Welt und der darauf beruhenden Lebensgrundlage der Menschen. Sie bietet den Entscheidungsträgern ein Schema an, mit dem sie verschiedene Optionen und deren Auswirkungen auf die menschliche Entwicklung und auf Nachhaltigkeitsziele untersuchen können. So können Kompromisse zwischen Entwicklung und Umwelt besser abgeschätzt werden. Die Abschlussberichte sind in der Überprüfungsphase und werden Anfang 2005 publiziert.

Die Europäische Umweltagentur (EUA) ist die führende öffentliche Einrichtung in Europa, die die Aufgabe hat, solide, unabhängige Informationen über die Umwelt den Politikern und der Öffentlichkeit bereitzustellen. Als eine Körperschaft der EU ist die Agentur offen für alle Nationen, die ihre Ziele teilen. Sie hat zur Zeit 31 Mitgliedsstaaten: die 25 EU- Mitgliedsstaaten, die drei EU-Beitrittskandidaten - Bulgarien, Rumänien und Türkei - sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Mitgliedsverhandlungen werden zurzeit mit der Schweiz geführt.

Anja Wirsing | idw
Weitere Informationen:
http://www.millenniumassessment.org
http://www.eea.eu.int/
http://www.pik-potsdam.de/avec

Weitere Berichte zu: AVEC Assessment EUA PIK Ökosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer
20.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

nachricht Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger
20.10.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise