Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PVC-Branche und Nachhaltigkeit: Recycling wird europaweit forciert

06.06.2001

Erste Erfolge durch Selbstverpflichtung

Mehr als 120 Unternehmensvertreter der PVC-Branche, Bundes-, Landes- und EU-Parlamentarier konnten sich auf der diesjährigen Mitgliederversammlung über Ziele, bisherige Leistungen und Erfolge auf dem Weg zu einem effizienten Recycling-Konzept und dessen konkrete Umsetzung informieren.

Grundlage ist eine Selbstverpflichtung zu nachhaltigem Wirtschaften, Antwort auf die in Brüssel anstehenden Diskussionen und Entscheidungen zu PVC. Damit treibt die europäische PVC-Branche den Ausbau der Infrastruktur für das werkstoffliche, rohstoffliche und energetische Recycling von PVC-Abfällen voran.

Erste Erfolge sind bereits zu verzeichnen. So nahm in Tavaux (Frankreich) Anfang dieses Jahres eine Pilotanlage für die Schlackebadvergasung von PVC-Abfällen ihren Betrieb auf. Bis Mitte 2002 sollen pro Jahr 1.000 Tonnen PVC-Abfall verarbeitet, die Masse- und Energieströme exakt bilanziert, die Qualität der gewonnen Gase und Rückstände analysiert werden. Finanziert wird das insgesamt 30 Monate dauernde Pilotprojekt mit einem Volumen von 3,1 Millionen Euro zu 80 Prozent von europäischen Mitgliedsfirmen. Ausschlaggebend für die Standortentscheidung im September 1999 war die französische Regionalförderung. Fernziel: Ab 2005 könnte, falls alles nach Plan verläuft, eine Anlage mit einer Jahreskapazität von 25.000 Tonnen den Betrieb aufnehmen.

Mit solchen und anderen Maßnahmen will die Branche den Beweis ihrer Glaubwürdigkeit antreten, auf freiwilliger Basis schnell, konsequent und transparent zu handeln. Als positiv könnte sich dabei erweisen, dass sich das EU-Parlament nicht grundsätzlich gegen eine Lösung auf Basis einer Selbstverpflichtungserklärung ausgesprochen hat.

Klimaschutz für den Hausgebrauch

Einen weiteren und nicht zu unterschätzenden Beitrag liefert die Branche für den Klimaschutz. Schon heute haben PVC-Kunststofffenster einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent in Deutschland und knapp 40 Prozent in Europa.

Eine von der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt kürzlich veröffentlichte Studie geht von einem derzeit bestehenden Energiesparpotenzial von rund 55 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr beim Einbau heute üblicher, moderner Fensterelemente aus. Bei Einbau der besten verfügbaren Fenster - entsprechend dem so genannten Passivhaussstandard - erhöht sich das Potenzial sogar auf 77 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Hoch gerechnet auf Europa ließen sich nach diesem anspruchsvollen Standard jedes Jahr 36 Milliarden Liter Heizöl einsparen.

Daraus lässt sich sowohl für Bauherren, Renovierer als auch für die Gesetzgebung ableiten, dass sich durch moderne Fenster neben der Wärmedämmung und effizienter Heizungsanlagen große Energiemengen einsparen lassen; ein wichtiger Gesichtspunkt auch im Hinblick auf die aktuelle Klimadebatte, gestiegene Ölpreise und die Ökosteuer.

Moderne Fensterelemente reduzieren diesen Energieverbrauch dank verbessertem Glas und Rahmen - ob aus Holz, PVC oder Aluminium - deutlich stärker als die vor 1994 gebräuchlichen Bauelemente. Öffentliche Förderung ist ebenfalls möglich. Und schließlich: Die PVC-Branche bietet für alte, ausgebaute PVC-Fenster etablierte Verwertungssysteme, heißt Recycling als Mittel zur Ressourcenschonung.

Werner Preusker | ots

Weitere Berichte zu: PVC-Branche Recycling

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wie verändert der Verlust von Arten die Ökosysteme?
18.05.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie