Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meeresschildkröten-Tourismus bringt dreimal mehr ein als der Handel mit Schildkrötenprodukten

25.05.2004


Mit Meeresschildkröten-Tourismus lässt sich nach neuesten Berechnungen des WWF fast dreimal mehr Geld verdienen als durch den Handel mit Schildpatt, Schildkrötenfleisch und -eiern. In einer Studie zum ökonomischen Wert der Panzertiere, die der WWF heute in der Schweiz vorstellt, rechnen die Umweltschützer außerdem vor, dass durch das weltweite Schrumpfen ihrer Bestände auch touristische Angebote und Arbeitsplätze in vielen Entwicklungsländern gefährdet sind. Die Autoren vergleichen den Gewinn, der sich mit Schildkrötenprodukten erzielen lässt, mit den Einnahmen durch Beobachtungstouren zu Wasser und zu Lande in Gebiete, in denen Meeresschildkröten vorkommen.




„Wo Meeresschildkröten leben, klingeln die Kassen“, fasst Stefan Ziegler, Artenschutzexperte des WWF, die Ergebnisse der Studie zusammen. Der WWF hat errechnet, wieviel man verdienen kann, wenn man Schildkröten leben lässt: In neun Gebieten, in denen die Tiere wegen ihres Fleisches und ihres Panzers gejagt und in denen ihre Gelege geplündert werden, verdient die Bevölkerung im Jahr durchschnittlich nur 582.000 US-Dollar an den tierischen Mitbewohnern. In neun anderen Gebieten, in denen die imposanten Reptilien als Touristenattraktion genutzt werden, liegen die durchschnittlichen Einnahmen durch Übernachtungen, geführte Ausflüge und Beobachtungstouren, Gastronomie und Transportwesen bei rund 1,65 Millionen US-Dollar. Beim Spitzenreiter, dem Tortuguero National Park („Tortuga“ ist das spanische Wort für Schildkröte) in Costa Rica, werden sogar 6,7 Millionen Dollar erzielt. Mittlerweile unternehmen jedes Jahr etwa 175.000 Menschen Ausflüge in die Lebensräume der Meeresschildkröten.



Sechs der insgesamt sieben verschiedenen Meeresschildkröten-Arten sind bedroht, drei davon stehen vor dem Aussterben. Der Handel mit Schildkrötenfleisch und Schildpatt und der Verzehr der Eier, die als Potenz steigernde Delikatesse gelten, sind nur zwei von vielen Gefahren, die ihnen durch die Menschen drohen. Jedes Jahr verenden rund 250.000 Meeresschildkröten als ungewollter Beifang bei der Fischerei nach Tun- und Schwertfischen. Und nicht jede Art von Tourismus dient den Schildkröten: Die Brutgebiete der Reptilien, die ihre Eier im schützenden Sand vergraben, werden vielerorts Opfer einer ungebremsten Strandbebauung. Der WWF setzt sich in vierzig Ländern für den Schutz der Meeresschildkröten durch die Ausweisung von Schutzgebieten und durch die Entwicklung alternativer Fischfangmethoden ein. Ökotourismus ist nach Ansicht des WWF eine sinnvolle Maßnahme zur Rettung der selten gewordenen Tiere. „Wirtschaftlicher Gewinn und das Überleben der Schildkröten schließen sich nicht aus. Der WWF will mit seiner aktuellen Studie dazu beitragen, dass die Menschen das einsehen“, so Stefan Ziegler.

Jenni Glaser | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Eier Meeresschildkröten Schildkröte Schildkrötenprodukten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Online-Karten: Schweinswale und Seevögel in Nord- und Ostsee
15.12.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Alexa und Co in unserem Kopf: Wo die Stimmerkennung im Gehirn sitzt

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chemiker der Uni Graz nutzen Treibhausgas zur Herstellung eines Wirkstoffs gegen Schlafkrankheit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zusammenarbeit von Fraunhofer und Universität in Würzburg bringt Medizinforschung voran

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie