Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WWF fordert sofortige Hilfe für den Atlantischen Wildlachs

31.05.2001


Der wilde atlantische Lachs ist aus mindestens 309 Flusssystemen in Europa und Nordamerika verschwunden. Dies zeigt eine neue Studie des WWF. Im Vorfeld einer Konferenz der Organisation zum Schutz des Nordatlantischen Lachses (North Atlantic Salmon Conservation Organization, NASCO) vom vierten bis achten Juni in Spanien, fordern WWF und die Atlantic Salmon Federation (ASF) die teilnehmenden Länder zu sofortigen drastischen Schutzmaßnahmen auf. Um dem atlantischen Lachs eine Überlebenschance zu geben, müsse die Lachsfischerei im Meer gestoppt werden. Außerdem seien effektivere Maßnahmen zum Schutz der Laichgewässer und ihrer Zuflüsse notwendig. "Zusätzlich zur Überfischung behindern Flussverbauungen die Wanderung der Lachse zu ihren Laichgründen", erklärt Heike Vesper, Fischereireferentin beim WWF, "Gewässerverschmutzung und Lachse aus Farmen stellen weitere Gefährdungen der wilden Populationen dar."

Die WWF-Studie zeigt: Neben den bereits wildlachsfreien Gewässern, ist der Bestand in einem Drittel der europäischen und nordamerikanischen Flüsse gefährdet. Fast 90 Prozent der gesunden Populationen leben in nur noch vier Ländern: in Norwegen, Island, Irland und Schottland. Auch in Deutschland ist der Wildlachsbestand stark gefährdet. 1958 war der Lachs im Rhein ausgestorben. Die wenigen Wildlachse, die heute in deutschen Flüssen schwimmen, stammen vorwiegend aus Wiederansiedlungsprogrammen der 90er Jahre.

Lachse leben meist mehrere Jahre im Meer, bevor sie zur Paarung wieder in genau den Fluss zurückkehren, in dem sie geboren sind. Dämme und andere Verbauungen blockieren jedoch häufig die Wanderung zurück zu den Laichgründen. Flussbegradigungen und andere Maßnahmen können die natürlichen Prozesse im Wasser verändern und einen gesamten Flussabschnitt ökologisch so verarmen lassen, dass er als Kinderstube für neue Lachsgenerationen nicht mehr geeignet ist. Hinzu kommen Verschmutzung durch Industrie und Landwirtschaft und die kommerzielle Lachszucht. Die "Flüchtlinge" aus solchen Lachsfarmen schleppen nicht nur Krankheiten und Parasiten ein, sondern paaren sich auch mit ihren wilden Verwandten, was zu Veränderungen im Erbgut der "Wilden" führt.

WWF und ASF fordern auf der Basis der Studie die NASCO-Deligierten zum Handeln auf, um dem Lachs ein Comeback in Europa und Nordamerika zu ermöglichen. "Das Problem bei der Meeresfischerei", so Heike Vesper," ist, dass sie nicht kontrolliert werden kann. Wilde Lachse aus intakten Populationen bleiben ebenso auf der Strecke , wie Lachse aus Flüssen mit geschädigtem Bestand. Wir müssen den Fang von Lachsen im Atlantik sofort beenden."

Die WWF-Studie zeigt, dass der Lachsfang im Nordatlantik in den letzten 30 Jahren um 80 Prozent zurückgegangen ist und dass dieser Trend sich fortsetzen wird. In großen Teilen des ursprünglichen Verbreitungsgebietes findet man heute schon keinen atlantischen Lachs mehr, in vielen Gebieten ist der Bestand stark gefährdet.

Weitere Informationen: Die WWF-Studie "The Status of Wild Atlantic Salmon - A River by River Assessment" ist als PDF-Datei zu finden unter www.panda.org

Heike Vesper, Fischereireferentin WWF Deutschland,

Mobil: 0171-7071 198

Jörn Ehlers,

Pressestelle WWF Deutschland,

Tel: 069-791 44-145,

Mobil: 0171-5440 144

Heike Vesper | ots

Weitere Berichte zu: Atlantic Population

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten