Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wale und Robben fressen Fischern gar nichts weg

17.05.2004


Studie räumt mit ewigen Argumenten der Walschlächter und Robbentöter auf


Tatsächlich haben Fischer, Walfänger und Robbenkiller unrecht, wenn sie damit argumentieren, dass ihnen die Meeressäuger den wertvollen Speisefisch wegnehmen. Nach einer heute, Montag, im Wissenschaftsmagazin New Scientist veröffentlichten Studie jagen die beiden Konkurrenten nämlich in ganz verschiedenen Zonen der Meere. Augenscheinlich ist jedenfalls die Tatsache, dass dort, wo 80 Prozent der Fischer unterwegs sind, sich nur sehr wenige Meeressäuger aufhalten. Umgekehrt jagen die Tiere dort nach Fisch, wo die Fischer nicht hinkommen.

Die globale Studie, die von der Meeresbiologin Kristin Kaschner von der University of British Columbia in Vancouver nun veröffentlicht wurde, hat es auf den Punkt gebracht: 99 Prozent der Meeressäuger jagen nach ihrer Nahrung in Gebieten, die als kommerziell fischarm gelten. Die Forscherin hatte 115 verschiedene Meeressäugetierarten untersucht, die jährlich etwa 800 Mio. Tonnen Fisch vertilgen. Die Ausbeutung durch den Menschen beträgt im Vergleich dazu ein mattes Zehntel. Genaue Vermessungen der Vorkommen, mit Wassertiefe, Temperatur und der Distanz zur Eisschicht haben ein Bild ergeben, das zumindest Hinweise darauf gibt, wie diese Tiere leben und jagen. Die Forscherin teilte daraufhin die Meere der Welt in 180.000 rechteckige Felder auf und berechnete die voraussichtliche Verteilung der Meeressäuger anhand der Daten zu Wassertiefe, Temperatur und Eisnähe. Die Ergebnisse entsprachen ziemlich eindeutig denen, die die International Whaling Commission (IWC) und andere Forschungsinstitute geliefert hatten.


Die Forscherin gibt zu, dass die Beobachtungen sehr abstrakt seien und eher dem Bild einer "Wetterkarte" gleichen. Einige der Gebiete, in denen reiche Fischvorkommen sind, wie etwa im Bering-Meer, in der Gelben See westlich von Korea und rund um Island gelten als solche typischen "Konfliktzonen" zwischen Fischern und Meeressäugern. Diese müssten wesentlich genauer studiert werden, räumt sie ein. Dazu zählen etwa die Küsten vor Alaska, in denen Stella-Seelöwen ihre Jungen aufziehen und den Fisch dringend in ihrer Nähe brauchen.

Die Forscherin räumt aber auch ein, dass die kommerzielle Fischerei immer noch zahlreiche Meeresgebiete zerstören. So hinterlassen etwa Tiefenschleppnetze fürchterliche Zerstörungen am Meeresgrund, die langfristige negative Auswirkungen auf den gesamten Lebensraum haben. "Wenn es tatsächlich Konflikte zwischen Tier und Mensch gibt, sind diese nicht auf der globalen Ebene, sondern auf lokaler Ebene", so Phil Hammond, Experte für Meeressäuger am Sea Mammal Research Unit an der University of St. Andrews in Schottland.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: Meeressäuger Robbe Temperatur Wassertiefe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie