Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Aussterben des Bambus verlieren Panda-Bären ihre Nahrungsgrundlage

17.05.2004

Nach aktuellen Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP sind weltweit die Hälfte aller 1.200 Bambusarten vom Aussterben bedroht. Bambus ist das Hauptnahrungsmittel der ebenfalls seltenen Großen Pandas, des berühmten Wappentiers der Umweltschutzorganisation WWF. Pandas sind im Gegensatz zu den anderen Vertretern der Bärenfamilie fast reine Vegetarier und ernähren sich hauptsächlich von den nährstoffarmen Blättern und Stengeln des Bambus. Um satt zu werden, ist ein ausgewachsener Panda auf eine Tagesration von bis zu 35 Kilogramm Bambus angewiesen.

"Der Große Panda steht schon seit vielen Jahren auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Bald werden die Pandas den Gürtel noch enger schnallen müssen", befürchtet Susanne Honnef, Artenschützerin des WWF. Einst bewohnten Pandabären den größten Teil Chinas sowie den Norden Burmas und Vietnams. Doch großflächige Rodungen der Bambuswälder raubten den Bären ihre Rückzugsgebiete und Nahrungsquellen. Die letzten schätzungsweise 1.000 Großen Pandas leben heute in einem halben Dutzend voneinander durch Straßen, Täler und Äcker getrennten Bergwäldern im Südwesten Chinas, in denen die Tiere während der nur wenige Tage dauernden Paarungszeit sehr schwer zueinander finden. Da die Weibchen selbst unter optimalen Bedingungen nur alle zwei bis drei Jahre ihren Nachwuchs zur Welt bringen, droht den Pandas durch den Verlust ihres Lebensraums und die damit verbundene geringe Fortpflanzungsrate schon seit langem der Artentod. Durch Inzest und die Reduzierung des genetischen Pools erhöht sich außerdem die Anfälligkeit der Pandas für bestimmte Krankheiten. Der Große Panda ist zwar seit 1939 in ganz China gesetzlich geschützt und darf nicht mehr gewildert werden, doch auch heute noch verenden einzelne Tiere immer wieder in Fallen, die für andere Tiere aufgestellt wurden.

Der WWF kämpft seit 1979 für die Rettung der letzten Pandas. Damals vereinbarte die Umweltorganisation mit Vertretern der chinesischen Regierung Maßnahmen für den Schutz der Natur - die Rettung seines Wappentiers stand für den WWF ganz oben auf der Agenda. Seither ist viel geschehen: Zunächst half der WWF bei der Einrichtung eines Naturreservates und einer Forschungs- und Zuchtstation sowie beim Aufbau eines Programms für die Ausbildung von Wildhütern. 1992 etablierte die chinesische Regierung in Kooperation mit dem WWF ein nationales Schutzprogramm für den Großen Panda. Dadurch entstanden 34 Panda-Reservate, die insgesamt 16.000 Quadratkilometer umfassen - eine Fläche von der Größe Thüringens. Um das Überleben der Pandas zu sichern, setzt sich der WWF in China nun für die Vernetzung der bestehenden Schutzgebiete durch "grüne Korridore" ein. Ein großer Erfolg im Kampf für die Pandas wurde im April 2003 erzielt: Damals wies die chinesische Regierung fünf neue Schutzgebiete für die Pandas im Qinling-Gebirge im Zentrum des Landes aus. Dadurch stehen den Bambusbären jetzt auf 334.000 Hektar Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung. In Kürze erwartet der WWF die Ergebnisse einer neuen Bestandszählung. Susanne Honnef ist skeptisch: "Ob wir die Zukunft der Pandas langfristig sichern können, ist leider auch nach 25 Jahren noch immer ungewiss."

Jenni Glaser | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Aussterben Bambus PANDA Schutzgebiet Wappentier

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise