Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Natur und Kultur: Deutsch-polnische Partnerschaft für historischen Park

14.05.2004


Lebensraum bedrohter Arten - DBU fördert Fürst-Pückler-Park mit 80.000 Euro

Der junge Fürst Pückler-Muskau besucht einen Park in London - und ist begeistert von dessen neuem Stil, der nichts mehr wissen will von gestutzten und abgezirkelten, für die Bevölkerung unzugänglichen Gärten. Pückler kehrt zurück ins heimische Sachsen und wird zum Schöpfer einer Parklandschaft, die zum Vorbild in Europa wird. Pücklers Vision: eine für alle Bürger offene Landschaft kreieren, der man die Inszenierung nicht anmerkt. Ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes Projekt widmet sich nun der Bewahrung und Pflege des 830 Hektar großen Landschaftsparks in Bad Muskau, durch den seit 1945 die deutsch-polnische Grenze führt. In einem deutsch-polnischen Fortbildungsprogramm sollen Naturschutz und praktische Gartendenkmalpflege verbunden werden. Die DBU unterstützt das von der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau initiierte Projekt mit 80.000 Euro.

Viele Pflanzen und Tiere haben im Fürst-Pückler-Park ein Refugium gefunden - darunter auch solche, die auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen. Um sie zu schützen und den Park kontinuierlich zu pflegen, benötigen Park-Planer und Gärtner umfangreiche Kenntnisse. "Dazu gehört auch die Geschichte des Parks mit ihren hervorragenden Landschaftsgärtnern, die eine Muskauer Schule begründet haben. Sie verfassten Standardwerke der Fachliteratur und setzten Maßstäbe für andere europäische Gärten", sagt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde.

Das DBU-Projekt soll diese Tradition wiederbeleben - und dabei die Umweltbedingungen von heute berücksichtigen. "Das Fortbildungsprogramm wird das Bewusstsein für die Zusammengehörigkeit von Natur und Kultur stärken", so Brickwedde. "Ein wichtiger Punkt ist die nachhaltige Pflege, die bei einem Gartenkunstwerk solchen Niveaus sehr viel Wissen voraussetzt." Das soll in deutsch- und polnischsprachigen Blockseminaren vermittelt und durch Praxistage im Pückler-Park vertieft werden.

Um die Erkenntnisse zu verbreiten und auf andere historische Parkanlagen zu übertragen, wird angestrebt, in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) und dem Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) einen bundesweiten Standard mit gemeinsamen Richtlinien für historische Parklandschaften zu erarbeiten. Zielgruppen sind Behörden, Ingenieure, Architekten sowie mittelständische Unternehmen.

"Das Projekt wird aber nicht allein Wissen vermitteln", sagt Brickwedde, "es wird auch die beiden Parkhälften einander näher bringen." Seit dem Zweiten Weltkrieg ist der Park zweigeteilt: 500 Hektar gehören zum polnischen Park Muzakowski, der westliche Teil wird von der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau des Landes Sachsen verwaltet. Seit 1989 arbeiten beide Teile intensiv zusammen, um das Gartendenkmal zu erhalten. 2003 haben beide Länder gemeinsam die Aufnahme in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes beantragt. Die Entscheidung fällt diesen Sommer.

| DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Fortbildungsprogramm Parklandschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik