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Diesel-Partikelfilter als zusätzliche Giftschleuder?

06.05.2004


Vor allem lungengängige Aerosole in Dieselabgasen müssten reduziert werden



Mit den Dieselabgasen werden neben den sichtbaren Partikelemissionen eine große Anzahl von Feinstpartikel oder von lungengängigen Aerosolen in die freie Atmosphäre ausgetragen. Beim Betrieb von Diesel- aber auch Benzinmotoren sind auch immer polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) vorhanden und es werden zwangsläufig auch Dioxine und Furane mit den Abgasen emittiert. Es ist nachgewiesen, dass bei Betrieb der Partikelfilter nicht nur die gesundheitsschädlichen und gefährlichen Aerosole nicht abgeschieden werden sondern zusätzlich auch die Emissionen der kanzerogenen Stoffe beträchtlich ansteigen, berichtet der Experte Gerhard Fleischhacker von CEF-Austria.



Die für den Menschen gesundheitsschädlichen Emissionen aus Motorabgasen enthalten noch zusätzliche kanzerogene Anteile. "Es ist nachgewiesen, dass durch den Einsatz von Partikelfiltersystemen ein Anstieg der Dioxin- und Furanemissionen aus Dieselmotoren unvermeidlich ist", so Fleischhacker. "Die meisten Partikelfilter arbeiten jedoch mit Zusätzen. Es ist auch bekannt, dass im Partikelfilter bei idealen Bruttemperaturen von 500 bis 600 Grad Celsius die Entstehung von kanzerogenen Dioxinen und Furanen begünstigt wird", führt der Fachmann aus. "Welche Schadstoffgruppen generell als gefährlich einzustufen sind, ist derzeit noch nicht genau bekannt und daher deren Gefährlichkeit nur schwer abzuschätzen. Es bedarf dazu noch wesentlicher Untersuchungen", so Fleischhacker. Da bekannt ist, dass bereits ohne Einsatz eines Partikelfilters der Schadstoffausstoß der Motoren, insbesondere aus Dieselmotoren, in die freie Atmosphäre beträchtlich ist, würde mit dem Partikelfilter das Problem nur verlagert und teilweise wesentlich verschlechtert werden.

Nach der Freisetzung der Abgase im mittelbaren Bereich der Fahrbahn gelangen die Feinstpartikel mit den kanzerogenen Schadstoffen angereichert unmittelbar über die Klimaanlage und Frischluftzufuhr des nachfolgenden Fahrzeuges zurück in die Fahrerkabine. "Der Fahrzeuglenker, aber auch die Gehsteigbenützer und Anwohner der Straße sind daher unmittelbar den gesundheitsschädlichen Emissionen der Antriebsmotoren ausgesetzt", meint Fleischhacker. Ein solcher Kreislauf kann nur unterbrochen werden, wenn auch die Aerosole als freischwebende und lungengängige Anteile im Abgas reduziert werden und zusätzlich auch die Frischluftversorgung der Fahrzeuge mit hochwirksamen Schadstoffminimierungssystemen ausgestattet werden. Die derzeit verwendeten Filtermatten werden diesen Ansprüchen nicht gerecht und sind daher ein völlig untaugliches Mittel zur Sicherstellung von "Rein- oder Atemluft" im Fahrzeuginnenraum.

Auf Basis dieser, als wesentlich erkannten Zusammenhänge wäre es zwingend notwendig aus den Emissionen der Fahrzeug-Motoren insbesondere auch die Aerosole durch Auswahl eines geeigneten "Schadstoffminimierungssystems" beträchtlich zu reduzieren und gleichzeitig auch die Frischluftzufuhr in den Fahrgastraum zusätzlich schadstoffärmer zu gestalten, führt der Experte aus. Der Partikelfilter sei dafür jedoch nicht das geeignete Instrumentarium. "Mit dieser Technik können grundsätzlich nur die sichtbaren Partikel aus dem Abgasstrom entfernt werden und nicht jene für die Gesundheit des Menschen gefährlichen Feinstpartikel oder Aerosole. Zudem werden mit dem Partikelfilter die kanzerogenen Stoffe im Abgas zusätzlich angereichert."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cefaustria.at

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