Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein großer Schritt zum weltweiten Verbot gefährlicher Chemikalien

23.05.2001


Umwelt/Konferenz
Jürgen Trittin: POP-Konvention ist ein großer Schritt zum weltweiten Verbot gefährlicher Chemikalien

... mehr zu:
»Konvention »POP »Umweltgift

Deutschland hat Übereinkommen in Stockholm unterzeichnet

Deutschland hat heute im Rahmen einer internationalen Konferenz in Stockholm die Konvention über persistente organische Stoffe (POP), zu denen 12 der gefährlichsten Chemikalien gehören, unterzeichnet. In seiner Rede verwies Bundesumweltminister Jürgen Trittin darauf, dass mit diesem international verbindlichen Übereinkommen ein großer Schritt zum weltweiten Verbot gefährlicher Chemikalien gelungen sei. "Die POP-Konvention hat einen Prozess in Gang gesetzt, an dessen Ende die Welt von den schädlichen Auswirkungen einer ganzen Gruppe von toxischen Substanzen befreit sein wird. Dies ist ein großer Erfolg sowohl für die Umwelt wie für uns Menschen, die wir tagtäglich diese Chemikalien über die Nahrung aufnehmen. Darüber hinaus wird die Konvention dazu beitragen, ein internationales Chemikalienmanagement aufzubauen, die Chemikaliensicherheit deutlich zu verbessern sowie den Umwelt- und Gesundheitsschutz insbesondere in den Entwicklungs- und Schwellenländern weiter voranzubringen," sagte Minister Trittin.


Das Übereinkommen ist das Ergebnis eines zweieinhalbjährigen, mitunter schwierigen Verhandlungsprozesses unter Federführung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), der auf der Grundlage eines entsprechenden UN-ECE-Protokolls von 1998 möglich war. "Die POP-Konvention wäre nicht denkbar ohne das enge Zusammenwirken von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen. Stellvertretend dafür möchte ich Greenpeace für die Unterstützung danken," sagte Trittin. Zugleich hob er die aktive Rolle Deutschlands am Zustandekommen der Konvention hervor und kündigte an, dass die Bundesrepublik als einer der ersten Staaten das Abkommen ratifizieren wolle. Das Übereinkommen tritt in Kraft, wenn es von mindestens 50 Staaten ratifiziert wurde.

Die POP-Konvention sieht ein weltweites Verbot der Herstellung und Verwendung von zunächst 12 Umweltgiften vor, darunter für 8 Pflanzenschutzmittel wie u.a. DDT, für Dioxine und Furane sowie polychlorierte Biphenyle (PCB) und Hexachlorbenzol. Diese Stoffe zeichnen sich durch ihre Giftigkeit, Langlebigkeit und ihre Eigenschaft, sich in der Umwelt und der Nahrungskette anzureichern, aus. Minister Trittin forderte alle beteiligten Staaten und die chemische Industrie auf, sich aktiv an der Entwicklung von bezahlbaren Alternativen vor allem für DDT zu beteiligen. DDT darf auch künftig in begrenztem Umfang zur Bekämpfung der Malariamücke eingesetzt werden, da wirksame und bezahlbare Ersatzstoffe nicht in allen Ländern zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus wurde die Konvention dynamisch gestaltet: Die Aufnahme weiterer Chemikalien in das Übereinkommen nach klar definierten wissenschaftlichen Kriterien und unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips ist möglich. "Dies gilt auch für die Entwicklung neuer Chemikalien, sodass von der Konvention ein klares Signal an die Produzenten ausgeht, keine neuen POPs herzustellen und zu verbreiten," sagte Minister Trittin. Er rief die Industriestaaten, die eine Menge Geld mit diesen Substanzen verdient haben, auf, Verantwortung für die Entsorgung der noch vorhandenen Bestände an diesen langlebigen Umweltgiften - vor allem in Entwicklungsländern - zu übernehmen.

Innerhalb der EU sind die Pflanzenschutzmittel unter den POPs seit langem verboten. Für andere Stoffe wie PCB und Dioxine gelten in Deutschland und der EU scharfe Bestimmungen und strenge Grenzwerte. Daher tragen nach Auffassung Trittins insbesondere die Entwicklungsländer die Hauptlasten bei der Umsetzung der Konvention. "Die armen Länder der Welt, die unter den Folgen der Umweltgifte besonders zu leiden haben, bedürfen der technischen und finanziellen Unterstützung durch die Industriestaaten. Nur bei einer gerechten Lastenverteilung werden wir das Problem der POPs weltweit in den Griff bekommen," sagte Trittin. Die Bundesregierung unterstützt diese Länder bereits auf bilateraler Ebene im Rahmen der Entwicklungshilfe bei der Reduzierung von Umwelt- und Gesundheitsgefahren durch Chemikalien.

Darüber hinaus bekräftigte Minister Trittin in Stockholm die Bewerbung Deutschlands um den Sitz des zukünftigen Konventionssekretariats. Bonn biete als Sitz einer Reihe von Einrichtungen der Vereinten Nationen, von internationalen Organisationen und als Zentrum für Umwelt, Gesundheit und Entwicklung sehr gute Voraussetzungen für eine wirksame Arbeit des Sekretariats. Die Entscheidung über den Sitz wird voraussichtlich auf der 1. Vertragsstaatenkonferenz getroffen.

Weitere Informationen zur POP-Konvention sind unter www.bmu.de/Aktuelle Themen verfügbar.



| BMU Pressedienst

Weitere Berichte zu: Konvention POP Umweltgift

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblick ins geschlossene Enzym

26.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Laser – World of Photonics: Offene und flexible Montageplattform für optische Systeme

26.06.2017 | Messenachrichten

Biophotonische Innovationen auf der LASER World of PHOTONICS 2017

26.06.2017 | Messenachrichten