Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erforschung der Baumkronen im polnischen Urwald

23.05.2001


Die theoretischen Grundlagen der Ökologie wurden an Ökosystemen erarbeitet, die durch Eingriffe des Menschen bereits stark gestört waren. So wird zum Beispiel nach wie vor angenommen, dass sich die Dynamik der Lebensgemeinschaften in einem ursprünglichen Wald nicht wesentlich von der in einem Wirtschaftswald unterscheidet. Ob das stimmt oder nicht, soll ein Forschungsprojekt an der Uni Würzburg klären, für das die Volkswagen-Stiftung (Hannover) rund 530.000 Mark bereitstellt.

... mehr zu:
»Urwald

Geleitet wird das Projekt von Dr. Andreas Floren vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie. Der Würzburger Wissenschaftler erforscht das Leben in den Baumkronen und damit ein Gebiet, dem die Wissenschaft erst seit wenigen Jahren ihre Aufmerksamkeit widmet.

Die Wurzeln seines Projekts liegen in den Tropen: Seit zehn Jahren erforschen die Würzburger Ökologen in den Regenwäldern Südostasiens, warum dort so viele Arten auf engstem Raum zusammenleben können. Auf diesen Ergebnissen aufbauend, untersuchen sie, wie sich die Insekten- und Spinnengemeinschaften in gestörten Wäldern verändern.


Ein genaues Ergebnis liegt bislang für die in den Baumkronen lebenden Ameisen vor: Im ursprünglichen Wald waren ihre Gemeinschaften nicht von zufällig zusammengesetzten Gemeinschaften zu unterscheiden, während sie in den gestörten Wäldern ein hohes Maß an Vorhersagbarkeit zeigten. Deutliche Hinweise auf solche Veränderungen in der Struktur der Tiergemeinschaften fanden die Forscher auch bei anderen Tiergruppen, zum Beispiel bei Käfern und Spinnen.

Ob dieser sehr regelhafte Übergang in den Gemeinschaften auch für Wälder in den gemäßigten Breiten gilt, will Dr. Floren in den kommenden Jahren herausfinden. Da es in Deutschland keine Urwälder mehr gibt, wird er seine Untersuchungen im Bialowieza-Nationalpark in Polen durchführen, einem großen, von menschlichen Einflüssen weitgehend verschonten Laubmischwald. Zum Vergleich wird er in benachbarten, unterschiedlich stark durch menschliche Aktivitäten gestörten Wirtschaftswäldern arbeiten.

"Dies ist die erste systematische Untersuchung, die sich mit der Artenvielfalt, Struktur und Dynamik vollständiger Insektengemeinschaften in den Baumkronen von Urwäldern und von Menschen genutzten Wäldern beschäftigt", so der Würzburger Ökologe. Das Projekt werde die notwendige Basis dafür schaffen, um viele ökologische Funktionen der Baumkronen verstehen zu können. Außerdem sei es bedeutsam für die Naturschutzforschung.

Weitere Informationen: Dr. Andreas Floren, T (0931) 888-4376, Fax (0931) 888-4352, E-Mail:
floren@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Urwald

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Online-Karten: Schweinswale und Seevögel in Nord- und Ostsee
15.12.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lipid-Nanodisks stabilisieren fehlgefaltete Proteine für Untersuchungen

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von Alaska bis zum Amazonas: Pflanzenmerkmale erstmals kartiert

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Krebsforschung in der Schwerelosigkeit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie