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Bioschmierstoffe im Aufwind - Windmüller setzen auf Getriebeöl aus nachwachsenden Rohstoffen

27.04.2004


Ein Pionier in Sachen Bioschmierstoffe: Landwirt und Windmüller Nis Peter Lorenzen hat die Ökologie fest im Blick. Getriebeöle aus nachwachsenden Rohstoffen sorgen in seinem Windpark dafür, dass auch stürmische Winde reibungslos in Strom umgewandelt werden können. Foto: agenda, W. Huppertz

Bioschmierstoffe der neuesten Generation genügen technisch höchsten Ansprüchen. Auch in Getrieben sorgen die umweltfreundlichen und leistungsfähigen Öle mittlerweile dafür, dass alles rund läuft. Auf wachsendes Interesse stoßen sie bei den Windmüllern. 50 Anlagen wurde im Rahmen des Markteinführungsprogramms Bioschmierstoffe bereits umgerüstet, zehn weitere gehen jetzt in den Biobetrieb. "Das macht doch Sinn, wenn wir ein Getriebeöl verwenden, das letztlich auf unseren eigenen Äckern heranwächst", sagt Nis Peter Lorenzen. Der Landwirt ist einer der Gesellschafter, die nahe der deutsch-dänischen Grenze einen 7,5 MW großen Windpark betreiben. Mit seinen Partnern hat er die Windmühlen der Firma GE Wind Energy vor einem Jahr auf ein Biogetriebeöl umgestellt und ist sehr zufrieden. "Wir haben bisher keine Nachteile zu verzeichnen. Die Maschinen laufen einwandfrei".

Mit seiner Einschätzung ist er nicht allein. Auch andere Windmüller wissen die ökologischen Qualitäten von Bioschmierstoffen zu schätzen. Mit Bioschmierstoffen lässt sich in zweifacher Hinsicht nachhaltig wirtschaften. Sie sind nicht nur aus Rohstoffen der heimischen Landwirtschaft hergestellt, sondern außerdem nicht oder nur schwach wassergefährdend und schnell biologisch abbaubar.

"Wo die Umwelt besonders geschont werden muss, wie z. B. in Natur- und Wasserschutzgebieten, im Forst oder auf dem Meer, sind sie also erste Wahl" resümiert Dr. Gabriele Peterek von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR). Sie ist für die Vergabe der Fördermittel des Bundesverbraucherschutzministeriums im Rahmen des Markteinführungsprogramms Bioschmierstoffe zuständig. Umrüstwillige Maschinenbetreiber werden mit Pauschalbeträgen dazu motiviert, das etwas teurere Bioöl einzusetzen. Bei Getriebeölen liegt der Fördersatz momentan bei 3,20 Euro pro Liter Füllvolumen. "Ein zusätzlicher Anreiz, den auch die Windmüller erkannt haben" meint Peterek. 100 bis 400 Liter werden für das Hauptgetriebe des Generatorantriebs benötigt. Möglich ist die biogene Schmierung aber auch in den Getrieben der Rotorblattverstellung oder des Windnachführsystems.

Was sich bis jetzt auf Anlagen auf dem Festland beschränkte, steht kurz davor, den Offshore-Einsatz zu erobern. "Das Thema steht bei uns ganz oben auf der Tagesordnung", verrät Andreas Wagner, Öffentlichkeitsarbeiter des Anlagenherstellers GE Wind Energy. Aus ökologischer Sicht gibt es für den Einsatz von Bioölen hier wohl auch keine Alternative.

Dierk Jensen | FNR
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

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