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Umweltbundesamt engagiert sich für sicheres Chlor-Tanklager in Russland

08.05.2001


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»Chlor »Föderation
Deutsch-russisches Expertentreffen im größten russischen Wasserwerk in Moskau

Industrieunfälle mit Freisetzung des giftigen Schwergases Chlor waren in den vergangenen Jahren in der Russischen Föderation leider keine Seltenheit. Sie können nun vermieden werden. Im Sommer des Jahres 2000 initiierte das Umweltbundesamt (UBA) gemeinsam mit der Russischen Technischen Aufsichtsbehörde ein zweijähriges deutsch-russisches Projekt zur Sicherheit von Chlorlagern in der Russischen Föderation. Ausgehend von Erfahrungen der EU, wird im Chlortanklager Rubljovo (Moskau) gezeigt, wie ein sicherer Umgang mit dem Gefahrstoff Chlor zu gewährleisten ist. Das Pilotprojekt besitzt Modellcharakter für ganz Russland. Damit engagiert sich das UBA wiederholt international aktiv beim Umsetzen technologischer Konzepte zur Sicherheit von Anlagen mit umweltgefährdenden Stoffen.

Im März 2001 organisierte das UBA in Moskau gemeinsam mit dem größten russischen Wasserver- und Wasserentsorgungsunternehmen "Mosvodokanal", ein Seminar. Etwa 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Russischen Föderation und dem nahen Ausland berieten mit 16 deutschen Experten für Anlagensicherheit über Möglichkeiten, die Probleme der Wasseraufbereitung zu lösen. Wegen der Brisanz der Thematik fand das Seminar nicht nur bei der Stadtregierung Moskau, sondern auch in den russischen Medien, bei Ministerien und Behörden eine große Resonanz.
"Mosvodokanal" versorgt die fast 12 Millionen Einwohner Moskaus jährlich mit 2,3 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser. Dies entspricht nahezu der Hälfte der Trinkwassererzeugung der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird im Gegensatz zur Situation in Deutschland das Moskauer Rohwasser aus der "fließenden Welle" der Flüsse Wolga und Moskwa entnommen. Das erfordert eine intensive Desinfektion, bevor das Wasser in das 10.000 Kilometer lange Trinkwasserverteilungsnetz Moskaus eingespeist werden kann. Als wichtigstes Desinfektionsmittel hat sich hierbei durchaus Chlor bewährt. Doch es bedarf besonderer Vorkehrungen, um einer Freisetzung selbst geringer Chlormengen vorzubeugen. Das machen auch die schon seit Jahren in Deutschland geführten Debatten um Umweltstandards für den Umgang mit dem extrem giftigen Gas Chlor deutlich. In Deutschland liegen vielfältige Erfahrungen sowohl hinsichtlich der technischen Ausrüstungen und Anlagen als auch im Bereich der Gesetzgebung sowie der Normen und der technischen Standards vor. Sie können auch in der Russischen Föderation angewandt werden.
Der Generaldirektor von "Mosvodokanal", Herr Chramenkov, begrüßte vor allem, dass bereits ein halbes Jahr nach Projektbeginn reale Ergebnisse zu verzeichnen sind. Durch die enge Zusammenarbeit des deutsch-russischen Expertenteams konnten schnell praktisch verwertbare Ergebnisse erzielt und umgesetzt werden
Erfreulich auch, dass sich, wegen der Signalwirkung für die gesamte Russische Förderation mehrere deutsche Firmen bereit erklärten, in die Anlagensicherheit der Wasserstation Rubljovo aus eigenen Mitteln zu investieren. Das erhöht die Chancen, neue Anlagen zu bauen und sichert die Umsetzung weiterer effektiver Maßnahmen zum Schutz der Umwelt.

Karsten Klenner | idw

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