Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Giftige Tontauben auf der Abschussliste: Naturmaterial soll Chemie ersetzen

19.03.2004


Schadstoffe in Wurfscheiben können Krebs erzeugen - Westfälische Firma entwickelt umweltgerechte Alternative - "Unterschätztes Problem"


Die runden Wurfscheiben, auf die Jäger und Sportschützen zur Übung zielen, sehen harmlos aus. Doch die so genannten Tontauben haben es in sich. Denn längst bestehen sie nicht mehr aus natürlichem Ton, sondern aus chemischen Verbindungen, die im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen und die Gene zu schädigen. Die Firma OSKO aus dem westfälischen Ochtrup will nun mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) Wurfscheiben entwickeln, die ohne Gift auskommen. "Damit besteht die Chance, ein unterschätztes Problem mit innovativer Technik anzupacken", sagte DBU-Abteilungsleiter Josef Feldmann heute beim offiziellen Startschuss des Projekts. Die DBU fördert das Vorhaben mit 125.000 Euro.

35 Millionen Wurfscheiben jährlich abgefeuert


In Deutschland gibt es nach einem Bericht der Arbeitsgruppe der 49. Umweltministerkonferenz "Bodenbelastungen auf Schießplätzen" etwa 640 Schießstände, an denen jedes Jahr rund 35 Millionen Wurfscheiben abgefeuert werden. Die Bruchstücke der Scheiben bleiben oft jahrelang auf dem Boden liegen. Das Umweltbundesamt in Berlin schätzt, dass 70 Tonnen gefährlicher Substanzen so jährlich in die Erde und ins Grundwasser gelangen. Bislang bestehen Wurfscheiben nach Darstellung der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg unter anderem aus Steinkohlepech oder Erdöl. Beide enthalten Stoffe, die Mensch und Natur schädigen können.

"Wir setzen auf reinen Ton"

Die Firma OSKO, spezialisiert auf Tontöpfe, will nun gemeinsam mit dem Institut für Ziegelforschung Essen eine Tontaube entwickeln, die den Namen verdient: "Wir setzen auf reinen Ton, weil dieses Material direkt aus der Natur kommt und keine umweltschädigenden Stoffe beinhaltet", sagt OSKO-Firmenchef Heinrich Ostkotte, der sich zudem darüber freut, dass dieser neue Produktionszweig Arbeitsplätze in der Region sichert. Nun tüfteln die Westfalen an der Umsetzung: "Die Tontauben müssen so hart sein, dass sie die Beschleunigung der Wurfmaschine heil überstehen, andererseits bei einem Treffer aber leicht zerspringen", so Ostkotte.

Ansprechpartner zum Projekt: Heinrich Ostkotte, Telefon: 02553/9369-0, Fax: 02553/9369-10.

Astrid Deilmann | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Naturmaterial OSKO Tontauben Wurfscheiben

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme
26.10.2017 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte