Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltverbände: Bundesregierung darf Förderungsziele bei Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen nicht aufgeben

04.05.2001


Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz haben heute die Umweltverbände BUND, NABU, WWF sowie der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung die Bundesregierung davor gewarnt, ihre selbst gesteckten Ziele zum Ausbau der
Stromerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen endgültig aufzugeben. Nach Ansicht der Verbände würde damit das deutsche Klimaschutzprogramm in wesentlichen Teilen zu Fall gebracht werden.

Am 10. Mai 2001 haben die Verbände der Stromwirtschaft eine Vereinbarung zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung paraphiert. Diese soll u.a. Grundlage für ein nachfolgendes Gesetzgebungsverfahren sein. Die Vereinbarung sieht eine Bonusregelung lediglich für bestehende sowie für zu modernisierende KWK-Anlagen vor und klammert den Zubau von KWK-Anlagen weitgehend aus. Die in der Vereinbarung ebenfalls enthaltene Selbstverpflichtung ist in wesentlichen Punkten aus Umwelt- und Klimaschutzsicht inakzeptabel.

"Auf diese Weise sind die Ziele des deutschen Klimaschutzprogramms, nämlich eine jährliche CO2-Minderung von 10 Millionen Tonnen bis 2005 und von 23 Millionen Tonnen bis 2010 auf keinen Fall zu erreichen", sagte Regine Günther, Leiterin des Energie- und Klimareferats der Umweltstiftung WWF. "Alle seriösen Berechnungen zeigen, dass zur Erreichung dieser Ziele eine Bestandssicherung und -modernisierung nicht ausreicht, sondern dass ein massiver Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung erforderlich ist." Nicht ohne Grund habe sich die Bundesregierung bisher stets eine Verdoppelung der Stromerzeugung in KWK-Anlagen zum Ziel gesetzt.

Gerd Billen, Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes NABU, sieht durch die vorgesehene Vereinbarung das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung insgesamt gefährdet: "Wenn dem Frieden mit der Stromwirtschaft jetzt eines der klaren Ziele des Klimaschutzprogramms geopfert wird, bleibt nicht viel übrig. Auch in anderen Bereichen sind die CO2-Minderungsziele und entsprechende Maßnahmen nur schwammig formuliert. Mit dieser Vereinbarung wird die Bundesregierung ihr Klimaschutzziel verfehlen."

BUND-Bundesgeschäftsführer Dr. Gerhard Timm wies auf die internationalen Wirkungen der geplanten Vereinbarung hin: "Noch hat Deutschland eine globale Vorbildfunktion, die für den kommenden Weltklimagipfel in Bonn von großer Bedeutung ist. Fällt unser Land jetzt aber hinter unsere nationalen Klimaschutzziele zurück, ist das ein fatales Signal für den Kyoto-Prozess. Auch andere Staaten könnten dann ihre Anstrengungen zum Schutz des Weltklimas aufgeben."

Professor Klaus Traube, Vizepräsident des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung: Das monatelange Hickhack um die Kraft-Wärme-Kopplung endet mit einem Sieg der großen Stromkonzerne - die damit ihr Oligopol zur Stromerzeugung abgesichert haben - über die Politik. Im übrigen zeigt sich im europäischen Vergleich besonders gut, wie groß die Potentiale der KWK wären: Deutschland gehört zu den Schlusslichtern!"

Die Verbände fordern Bundesregierung und Parlament dringend auf, die Verbändevereinbarung ohne verbindliche Förderung des KWK-Ausbaus abzulehnen und statt dessen eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die dem KWK-Ausbau und der Erreichung der nationalen Klimaschutzziele wirklich Rechnung trägt. Eine Quote ist nach wie vor das zielgenaueste und marktwirtschaftlichste Instrument. 

Weitere Informationen:
BUND-Pressestelle: Rüdiger Rosenthal
(mobil: 0171-8311051) / Tel: 030-27586-425.

NABU-Pressestelle: Bernd Pieper
(0228-4036-141).

WWF-Pressestelle:
069-79144-0.

Im Internet zu finden unter www.NABU.de bzw. www.bund.net bzw.
www.wwf.de

ots |

Weitere Berichte zu: KWK-Anlage Kraft-Wärme-Kopplung NABU

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Klimawandel: Bei Wetterextremen profitiert einheimisches Grünland weniger von steigendem CO2
26.09.2016 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Mikroplastik: Lösungsansätze aus der Bionik
14.09.2016 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: First-Ever 3D Printed Excavator Project Advances Large-Scale Additive Manufacturing R&D

Heavy construction machinery is the focus of Oak Ridge National Laboratory’s latest advance in additive manufacturing research. With industry partners and university students, ORNL researchers are designing and producing the world’s first 3D printed excavator, a prototype that will leverage large-scale AM technologies and explore the feasibility of printing with metal alloys.

Increasing the size and speed of metal-based 3D printing techniques, using low-cost alloys like steel and aluminum, could create new industrial applications...

Im Focus: Zielsichere Roboter im Mikromaßstab

Dank einer halbseitigen Beschichtung mit Kohlenstoff lassen sich Mikroschwimmer durch Licht antreiben und steuern

Manche Bakterien zieht es zum Licht, andere in die Dunkelheit. Den einen ermöglicht dieses phototaktische Verhalten, die Sonnenenergie möglichst effizient für...

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungen

Einzug von Industrie 4.0 und Digitalisierung im Südwesten - Innovationstag der SmartFactoryKL

30.09.2016 | Veranstaltungen

"Physics of Cancer" - Forscher diskutieren über biomechanische Eigenschaften von Krebszellen

30.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Materialkompetenz für den Leichtbau: Fraunhofer IMWS präsentiert neue Lösungen auf der K-Messe

30.09.2016 | Messenachrichten

Vom Rollstuhl auf das Liegerad – Mit Funktioneller Elektrostimulation zum Cybathlon

30.09.2016 | Energie und Elektrotechnik