Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optimale Lebensbedingungen für Chemikalienfresser

12.04.2001


... mehr zu:
»Bakterium »Chlorbenzol
GBF identifiziert Bodenbakterien für den Abbau von giftigem Chlorbenzol
Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)
haben Bakterien identifiziert, die krebserregendes Chlorbenzol aus der Umwelt entfernen können. In einer Pilotanlage sollen nun die Bedingungen ermittelt werden, bei denen die natürlichen oder gentechnisch veränderten Mikroorganismen belastetes Grundwasser besonders gut reinigen. Hilfe können die Forscher damit dem Raum Bitterfeld bringen: Dort sind riesige Gebiete mit Chlorbenzol aus der Fotoindustrie verseucht.

Das Team um Dr. Dirk Wenderoth von der Arbeitsgruppe Mikrobielle Ökologie der GBF hat herausgefunden, dass bereits die von Natur aus im Boden lebenden Mikroorganismen der Gattung Pseudomonas zum Abbau von Chlorbenzol angeregt werden können. Dies funktioniert allerdings nur, wenn die Zahl der Bakterien mit im Labor gezüchteten Kulturen künstlich erhöht wird. Am effektivsten haben sich dabei gentechnisch modifizierte Bakterienstämme erwiesen: In 20 Tagen können sie ein verseuchtes Wasser-Boden-Gemisch vollständig von Chlorbenzol befreien.

In der rund 100.000 Mark teuren Pilotanlage der GBF soll jetzt ermittelt werden, welche Zusammensetzung die Gemeinschaft der Mikroorganismen haben muss, damit das Reinigungsverfahren optimal funktioniert. Dazu arbeitet die GBF mit Kooperationspartnern - vor allem dem Umweltforschungszentrum in Leipzig und dem GSF-Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt in München - zusammen. Kernstück der Versuchsanordnung sind einen halben Meter lange Stahlrohre. Gefüllt sind sie mit einer acht Zentimeter starken Säule aus Erdreich und Grundwasser der Bitterfelder Region. Dieses Gemisch bildet den natürlichen Lebensraum der Bodenbakterien nach. Kontinuierlich läuft Grundwasser im selben Maße durch die Rohre hindurch, wie dies im Boden unter dem Ort Bitterfeld der Fall ist. Die biologischen und chemischen Zustände in den Versuchsrohren kann Wenderoth sehr genau steuern und online überprüfen. Sobald er und sein Team ermittelt haben, welche Bakterien am besten zusammenarbeiten, werden diese Ergebnisse bei der Bodensanierung in Bitterfeld angewendet.

Diese Stimulation einer Bakteriengemeinschaft zeigt die Fähigkeit einfacher Organismen zu Wechselwirkung und Kommunikation. "Wir haben hier ein gutes Beispiel dafür, wie Bakterien sich untereinander verständigen und auf äußere Einflüsse reagieren. Solche Mechanismen wollen wir in Zukunft auf verschiedenen Forschungsfeldern untersuchen", erklärt Prof. Dr. Rudi Balling, wissenschaftlicher Geschäftsführer der GBF.

Dipl.-Biol./Dipl.-Journ. Thomas Gazlig | idw

Weitere Berichte zu: Bakterium Chlorbenzol

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten