Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltbewusstes Wirtschaften - Deutschland und Japan vor den USA

27.04.2001


... mehr zu:
»Bruttosozialprodukt »INEM
INEM veröffentlicht internationale Rangordnung (Speedometer) anlässlich seines zehnjährigen Bestehens

Die Unternehmen in Japan und Deutschland sind umweltbewusster als in den USA. Das ergibt sich aus einem Geschwindigkeitsmesser ("Speedometer") für die Verbreitung umweltorientierter Managementsysteme, den INEM, der internationale Dachverband von Wirtschaftsverbänden für umweltbewusstes Management, anlässlich seines zehnjährigen Bestehens veröffentlicht hat.

Bei den absoluten Zahlen für zertifizierte Unternehmen nach dem internationalen Standard ISO 14001 liegt Japan vor Deutschland. Unter Berücksichtigung von Bevölkerungszahl oder Bruttosozialprodukt und zusätzlichen Zertifizierungen nach dem vergleichbaren europäischen EMAS Standard liegen beide Länder annähernd gleichauf. Die USA sind gemessen an der absoluten Zahl zertifizierter Unternehmen sowie unter Mitberücksichtigung von Bevölkerungszahl oder Bruttosozialprodukt stark im Hintertreffen. Internationaler Spitzenreiter des rund 40 Länder umfassenden "Speedometers" ist unter Berücksichtigung von Bevölkerungszahl oder Bruttosozialprodukt das Land Schweden.

Nach zehn Jahren der Expansion umfasst das Internationale Netzwerk für umweltbewusstes Management (INEM) heute 25 Mitgliedsverbände und Zentren für saubere Produktion in allen fünf Erdteilen. Allein dem deutschen Mitgliedsverband B.A.U.M. gehören rund 500 Unternehmen an. Noch im laufenden Jahr werden Verbände in Griechenland, Jordanien, Taiwan und Weißrußland hinzukommen.

Der Verband zeigt Wege, wie auch kleinere und mittlere Unternehmen Umweltschutz mit wirtschaftlichem Erfolg verbinden können. Eine Schwerpunktaufgabe des Verbandes, der auch in Budapest ein Büro unterhält, ist der Wissenstransfer in die mittel- und osteuropäischen Länder sowie in Entwicklungsländer.

Als wirtschaftlichste Methode des Wissenstransfers hat sich die Errichtung selbsttragender Kompetenzzentren erwiesen. INEM plant, gemeinsam mit der Carl Duisberg Gesellschaft in den nächsten fünf Jahren Kompetenzzentren in 15 Ländern zu errichten. Die Zahl der Mitgliedsorganisationen von INEM soll im zweiten Zehnjahreszeitraum auf 50 wachsen.

Erstmals öffentlich vorgestellt wurde INEM auf der 2. Weltindustriekonferenz für umweltbewusstes Management in Rotterdam im April 1991. 1992 vertrat INEM die Weltindustrie auf dem Global Forum des Rio-Umweltgipfels. Im Oktober dieses Jahres wird INEM im Produktionstechnischen Zentrum Berlin / Technische Universität Berlin eine internationale Entwicklungshilfe-Konferenz zur Berücksichtigung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Rio-Nachfolgekonferenz veranstalten.

"Der größte Teil der Umweltprobleme", sagt der Unternehmer Dr. Georg Winter, Gründer und Chairman von INEM "stammt von den vielen Millionen kleinen und mittleren Unternehmen. Diese erreicht man kaum durch die Gesetzgebung. Entscheidend sind Detailarbeit vor Ort, mittelstandgerechte Methoden und die breite Streuung von Positivbeispielen erfolgreicher mittelständischer Unternehmen."

Die Unternehmensleiter müssen nach Auffassung von Winter umweltbewusstes Management beherrschen, wenn die passende Umwelttechnik in die Fabriken einziehen soll. Die technische Hardware folge der geistigen Software, nicht umgekehrt. Die Verbreitung umweltbewussten Managements sei eine Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Wirtschaft.

Im Durchschnitt können kleinere und mittlere Unternehmen mit geringen Investitionen 30% der Energie einsparen. Maßnahmen der Heizungstechnik, Mülltrennung, Regenwassernutzung und Wasserspartechnik amortisieren sich in Zeiträumen zwischen wenigen Monaten und zwei Jahren. Das sind Erfahrungswerte aus durchgeführten Projekten.

Eine zunehmend umweltbewusste Nachfrage unter anderem im Lebens-Mittel-Bereich honoriert umweltverträgliche Produkte. Für exportierende Unternehmen in den mittel- und osteuropäischen Ländern sowie in den Entwicklungsländern ist eine Anpassung an die Umweltstandards in den Abnehmerländern existenzwichtig. Umweltverträglichkeit ist ein Qualitätsmerkmal, das die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens oder Produktes drastisch erhöht.

Ansprechpartner:

INEM - International Network for Environmental Management

Osterstr. 58, 20259 Hamburg

Dr. Georg Winter, Telefon +49 (0)40 4907 1214, Fax +49 (0)40 4907 1208

ISO 14001 Speedometer abrufbar unter http://www.inem.org/htdocs/iso/speedometer/speedo-4_01.html

Helge Weinberg | idw

Weitere Berichte zu: Bruttosozialprodukt INEM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer
20.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

nachricht Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger
20.10.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise