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Satelliten-Überwachung soll Delfine retten

03.03.2004


Dramatische Aktion zum Erhalt zweier seltener Meeressäuger


Das Schutzsystem wird derzeit vom neuseeländischen Department of Conservation (DOC) an drei Hector-Delfinen ausprobiert



Mit drastischen Mitteln wollen die Umweltbehörden in Neuseeland zwei vom Aussterben bedrohte Delfine schützen: Satellitenmarkierungen sollen den Meeressäugern Schutz geben. Umweltorganisationen laufen Protest, berichtet BBC-Online.



Das Schutzsystem wird derzeit vom neuseeländischen Department of Conservation (DOC) an drei Hector-Delfinen ausprobiert. Diese Delfin-Spezies ist mit rund 7.000 Tieren massiv vom Aussterben bedroht. Noch schlimmer sieht es nach Angaben der Umweltschützer mit den Maui-Delfinen aus. Deren Bestand wird auf knapp 150 Tiere geschätzt. "Unser Wille etwas gegen das Aussterben der beiden Delfinarten zu unternehmen, wird dadurch gebremst, dass wir über die Lebensgewohnheiten der beiden Arten fast nichts wissen", erklärt Rob McCallum vom DOC. Lokale Umweltaktivisten laufen gegen die Idee Delfine mit den elektronischen Etiketten zu versehen jedenfalls Sturm.

Erste Erfolge hat das Schutzprogramm Netzfischerei in der Zone zwischen Ufer bis vier Kilometer vor der Nordküste Neuseelands zu verbieten, aber gebracht, denn die Situation, dass tote Delfine angeschwemmt wurden, hat sich nicht wiederholt. Umgekehrt hatte das DOC berichtet, Delfine in weitaus größerer Entfernung, nämlich bis zu 15 Kilometer vor der Küste, gesichtet zu haben. Auch außerhalb der Schutzzone im Süden der Nordinsel wurden vereinzelt Tiere gesichtet. Genau aus diesen Gründen will das DOC die Delfine mit Satelliten beobachten, um festzustellen wie und vor allem wo die Tiere die meiste Zeit verbringen.

Das Equipment, das den Delfinen auf der Rückenflosse angebracht wird, entspricht etwa der Größe von zwei Streichholzschachteln und wiegt 50 Gramm. Der Sender kann nur dann Daten senden, wenn sich die Tiere an der Wasseroberfläche befinden. Da die kleinen Delfine nicht besonders lang und tief tauchen, können nach Angaben der Forscher genügend Daten gesammelt werden. Ann Ruply, Sales-Manager von Wildlife-Computers, dem Hersteller der Sender, findet, dass Delfine für dieses Equipment ideal geeignet sind. Die Delfin-Expertin Liz Slooten, Zoologin an der Otago Universität, widerspricht Ruply. "Andere Datenerhebungen, die weniger traumatisierend für die sensiblen Tiere sind, eignen sich mindestens ebenso gut", meint Slooten. Akustische Signale oder Beobachtungen aus der Luft stören das Leben der Delfine weniger, findet die Meeresbiologin.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.doc.govt.nz
http://www.doc.govt.nz/Conservation/001~Plants-and-Animals/003~Marine-Mammals/Dolphins/index.asp

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