Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pestizid rottet 90 Mrd. Bienen aus

02.03.2004


Imker in Süd-Frankreich klagen über Totalverlust



Das Pestizid Imidacloprit wird für das Massensterben der Bienen in Süd-Frankreich verantwortlich gemacht, berichtet BBC-News heute, Dienstag. Die Chemikalie hat seither rund 90 Mrd. Bienen getötet. Neben der Katastrophe für die Honigproduktion fürchten Experten auch massive ökologische Probleme durch das Massensterben der Insekten.

... mehr zu:
»Biene »Honigproduktion »Pestizid


Imidacloprit, das auch unter dem Industrienamen Gaucho vertrieben wird, steht schon seit mehreren Jahren in Verdacht der Bienenpopulation Schaden zuzufügen. Eine Londoner Zeitung berichtete, dass französische Imker vor zehn Jahren, damals wurde das Pestizid das erste Mal verwendet, über Desorientierung und Sterben ihrer Bienen berichteten. "Die Honigproduktion in der Region fiel innerhalb weniger Jahre um 60 Prozent", berichtet Jean-Marie Sirvins, Vorsitzender des französischen Imkerverbandes. "Frankreich muss seither mehr als 24.000 Tonnen Honig importieren", so Sirvins.

Die Pestizid-Hersteller, unter anderem Bayer Crop Sciences, bestreiten aber jegliche Schuld. Tatsächlich haben Wissenschaftler zwei Jahre lang im Auftrag des französischen Landwirtschaftsministeriums alle Studien zum Pestizid Imidacloprid neu ausgewertet. Insgesamt waren das 483 Analysen, Veröffentlichungen und Dokumente. "Fast alle Ergebnisse haben wir aber als nicht relevant eingestuft", erklärt Jean-Marc Bonmatin vom Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) in Paris. Zu viele Studien wären vom Pestizid-Hersteller Bayer durchgeführt oder in Auftrag gegeben worden. Die Experten finden die Ergebnisse der Untersuchungen nicht objektiv. Lediglich zehn Untersuchungsergebnisse lieferten verwertbare Daten. Nach Angaben der Umweltgruppe "Coordination gegen Bayer-Gefahren" wurde eine mehr als 100 Seiten umfassende Studie im Auftrag des französischen Landwirtschafts-Ministeriums von den Universitäten Caen und Metz sowie vom Institut Pasteur erstellt, in dem die Gefahr des Pestizids erneut bestätigt wird.

Bayer Crop Sciences weist die Vorwürfe der Kritiker als unhaltbar zurück. Die Experten vermuten, dass die jährlich rund 600 Mio. Euro, die mit dem Verkauf umgesetzt werden, ein Mitgrund dafür sind, dass sich der Pharma- und Chemieriese gegen das Verbot so heftig zur Wehr setzt. In Frankreich wurde das Pestizid bereits vor fünf Jahren auf Sonnenblumenfeldern verboten. Grund war auch damals die Angst vor negativen Auswirkungen auf Bienen. Doch nach den Angaben der Imkerverbände ist das Sterben seither nicht zurückgegangen. Nun werden die Anwendungen des Pestizids im Maisanbau verantwortlich gemacht.

Nach Frankreich überlegen nun auch die Briten Einschränkungen von Imidacloprit. Bienen-Experten vermuten nämlich, dass die Chemikalie die Bienen schwächt. Damit werden sie leichter Opfer von Varroa-Milben. "Die meisten Menschen denken, wenn sie vom Bienensterben hören, an den Verlust der Honigproduktion und vergessen dabei die wertvolle Arbeit der Insekten beim Bestäuben von Pflanzen. Dabei ist dies der größte Grund zur Sorge", so Richard Jones von der International Bee Research Association

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.CBGnetwork.de
http://www.ibra.org.uk

Weitere Berichte zu: Biene Honigproduktion Pestizid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind

27.04.2017 | Wirtschaft Finanzen

Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen

27.04.2017 | Agrar- Forstwissenschaften