Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Chance für die letzten Orang Utans und Elefanten in Indonesien

13.02.2004


WWF begrüßt Zusage der indonesischen Regierung, eine Million Hektar Regenwald unter Schutz zu stellen und fordert konkreten Aktionsplan zur Rettung der dort heimischen Arten




In Indonesien sollen noch in diesem Jahr zwölf Waldgebiete unter Schutz gestellt werden, die insgesamt eine Fläche von rund einer Million Hektar umfassen (das entspricht etwa der Hälfte der Fläche von Rheinland-Pfalz). Dies verkündete die indonesische Regierung heute in Kuala Lumpur, Malaysia, auf der bis zum 20. Februar andauernden UN-Konferenz zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD). Der WWF begrüßt diese Initiative, appelliert jedoch an die indonesische Regierung, den Worten Taten folgen zu lassen und einen konkreten Aktionsplan zur Bewahrung der Regenwälder und damit zur Rettung der dort heimischen und vom Aussterben bedrohten Sumatra-Elefanten und Orang Utans umzusetzen.

... mehr zu:
»Orang »Regenwald »Utans


„Der Schutzstatus der Regenwälder in Indonesien darf nicht nur auf dem Papier stehen, sondern es müssen konkrete Maßnahmen folgen, wenn wir die letzten dort lebenden Elefanten und Orang Utans nicht verlieren wollen“, fordert Martin Geiger, Regenwaldexperte des WWF Deutschland. Der WWF hofft, dass die Initiative der indonesischen Regierung dazu beitragen wird, die letzten Regenwälder auf den Inseln Sumatra und Borneo zu retten. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die dortigen Waldflächen für die Produktion von Holz und Papier sowie für die Errichtung von Ölpalmenplantagen schneller vernichtet als überall sonst auf der Welt. Die so gewonnenen billigen Rohstoffe landen als Waschmittel, Kopierpapier, Kartonage, Margarin und Süßigkeiten in europäischen Büros und Haushalten. Im vergangenen Jahr fielen laut Forest Watch Indonesia in Indonesien rund drei Millionen Hektar Wald der industriellen Waldumwandlung und dem illegalem Holzeinschlag zum Opfer.

Unter den ausgewählten Wäldern, die unter Schutz gestellt werden sollen, befinden sich zum Beispiel der Tesso Nilo-Regenwald auf der indonesischen Insel Sumatra und das Gebiet Sebangau auf Borneo. Tesso Nilo, mit rund 180.000 Hektar etwa doppelt so groß wie Berlin, ist der größte zusammenhängende Regenwald im Tiefland Sumatras und eines der letzten Rückzugsgebiete für die Sumatra-Elefanten. In dem geplanten Schutzgebiet leben nach Schätzungen des WWF noch etwa 70 bis 80 der selten gewordenen Dickhäuter. Darüber hinaus wies der WWF in Tesso Nilo die weltweit größte Pflanzenvielfalt nach. Um die dortige Artenvielfalt zu retten, fordert der WWF seit langem, Tesso Nilo zum Nationalpark zu erklären. Die heutige Verlautbarung durch das indonesische Forstministerium wertet der WWF als ersten Erfolg seiner seit 1999 währenden Bemühungen. Doch die Gefahr für den „Elefantenwald“ ist noch lange nicht gebannt: So plant der Konzern Asia Pulp and Paper, dessen Papierprodukte auch auf dem deutschen Markt vertrieben werden, in den nächsten zwei Jahren weitere 190.000 Hektar Wald in und um Tesso Nilo zu roden. Auch in Sebangau ist der WWF aktiv. Dort gibt es mit schätzungsweise noch 2.500 bis 4.500 Tieren das größte Vorkommen der letzten 20.000 Borneo-Orang-Utans. Unter dem Regime des indonesischen Diktators Suharto sollten mehr als eine Million Hektar der Sumpfwälder von Sebangau in Reisfelder umgewandelt werden. Nun besteht nach Ansicht des WWF die Chance, das Gebiet als Rückzugsraum für die Orang Utans zu erhalten.

| WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Orang Regenwald Utans

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie