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Bahn verpflichtet sich bis 2020 im Klimaschutz

13.02.2004


Weitere Senkung des spezifischen CO2-Ausstoßes bis 2020 um mindestens 15 Prozent - Umweltvorsprung gegenüber Wettbewerbern soll weiter ausgebaut werden



Die Bahn will ihren spezifischen - also auf die Verkehrsleistung bezogenen - Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um weitere 15 Prozent reduzieren. Das kündigte das Verkehrsunternehmen bei der heutigen Präsentation seines "Klimaschutzprogramms 2020" in Berlin an. Mit diesem anspruchsvollen Ziel will die Bahn ihren Vorsprung als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel weiter ausbauen. Gleichzeitig schreibt sie damit ihr Energiesparprogramm 2005 fort, mit dem bereits im Jahr 2002 das Ziel einer Reduzierung des Treibhausgases CO2 (Kohlendioxid) erreicht worden war.

"Im Klimaschutz geht die Bahn für den Verkehrsbereich beispielhaft voran", sagte Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG. Trotz der beachtlichen Erfolge der vergangenen Jahre sei das Potenzial zur Verminderung von CO2 aber noch nicht ausgeschöpft. "Wie weit wir gehen können, hängt davon ab, ob die Politik durch eine adäquate Fortentwicklung der ökologischen Steuerreform, der Ausgestaltung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes und des Emissionshandels Wettbewerbsnachteile des Schienenverkehrs abbauen und seine Position im Wettbewerb der Verkehrsträger stärken kann", machte Mehdorn klar. Dabei stellte er der Bundesregierung eine Selbstverpflichtung auf ein verbindliches, überwachtes Klimaziel in Aussicht, "das bis 2020 noch um zehn Prozentpunkte über die jetzt angepeilten 15 Prozent hinausgehen kann."

Die besondere Bedeutung von Klimaschutzanstrengungen im Verkehrssektor unterstrich Professor Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Vorsitzender des Bundestags-Umweltausschusses: "Der Verkehr ist das Sorgenkind im Klimaschutz. Er verursacht schon mehr als ein Fünftel aller CO2-Emissionen - und wird im Treibhausgas-Handelsgesetz mit Ausnahme des Bahnstroms gar nicht erfasst. Die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene wäre ein sinnvoller Beitrag zur Einhaltung des Kyoto-Protokolls. Ich plädiere für eine Mehrwertsteuer für internationale Flugtickets und für die Senkung dieser Steuer für Bahnreisen von 16 auf sieben Prozent."

"Die Bahn als größter Verkehrsdienstleister ist dem Klimaschutz verpflichtet. Ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutzprogramm sind unsere Energieeinsparungen, die sich vor allem auf technische und betriebliche Innovationen innerhalb des Rad-Schiene-Systemverbunds zurückführen lassen", sagt Stefan Garber, Generalbevollmächtigter für Technik und Beschaffung der Deutschen Bahn. Energieeinsparungen verspreche man sich zum einen vom Einsatz moderner und sparsamer Fahrzeuge. "Unser Musterbeispiel ist die ICE 3-Flotte, die bei 300 Kilometern Spitze einen unübertroffen niedrigen Energieverbrauch von umgerechnet weniger als zwei Litern Benzin pro Person und 100 Kilometern aufweist. Ein Verbrauch, von dem die Wettbewerber auf der Straße nur träumen."

Ein ebenso bedeutender Stellhebel ist die Auslastung der Züge. So soll die durchschnittliche Auslastung im Fernverkehr mindestens um zehn auf dann 50 und im Nahverkehr um mindestens vier auf 24 Prozent gesteigert werden. "Damit schaffen wir bereits die Hälfte unseres CO2-Ziels. Bahnfahren ist praktizierter Umweltschutz", so Garber weiter. Weitere Bausteine für den Klimaschutz sind beispielsweise die konsequente Modernisierung von Dieselfahrzeugen, die Energie sparende Fahrweise, mit der die Lokführer bis zu zehn Prozent weniger Energie verbrauchen, oder die Bremsenergie-Rückspeisung, bei der gewonnene Bremsenergie in die Oberleitung rückgespeist wird. Effektivere Fahrplangestaltung, gleichmäßiges Fahren durch Entmischung der Verkehre - also Reservierung bestimmter Strecken für langsamere Güter- und Regionalzüge bzw. schnelle ICs und ICEs - tragen ebenso zur Erfüllung der ehrgeizigen Klimaschutzziele bei, wie ein wachsender Anteil der elektrisch betriebenen Züge und die Modernisierung von Umrichterwerken, die auf Grund eines höheren Wirkungsgrades geringere Energieverluste haben und damit indirekt auch CO2-Emissionen vermeiden. Nicht zuletzt wird die Bahn den Anteil ihres aus regenerativen Energien erzeugten Stroms weiter erhöhen - im Jahr 2002 lag er schon bei 13 Prozent.

Dr. Ellen Katz | Deutsche Bahn AG
Weitere Informationen:
http://www.bahn.de
http://www.bahnimbild.de

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