Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anteil der Getränkeverpackungen am "Littering" mit 20,7 % dreieinhalb Mal höher als bisher angenommen

08.05.2001


... mehr zu:
»Einwegflasche
Umweltministerin Martini argumentiert mit falschen Zahlen

Autobahnen und Kunststoffflaschen nicht berücksichtigt - Ein

"Grünabfallereignis" entspricht 118 Getränkedosen

Der Anteil von Getränkedosen und Einwegflaschen am sogenannten Littering ist erheblich höher, als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine soeben vorgelegte Stellungnahme des Witzenhausen-Instituts für Abfall, Umwelt und Energie GmbH.

Seit Monaten argumentieren Gegner des Pflichtpfandes mit einem ominösen 6 % - Anteil von Getränkeverpackungen an der Landschaftsverschmutzung in Deutschland. Zahlreiche Politiker griffen die Zahl auf. Lediglich auf Umwegen gelang es der Deutschen Umwelthilfe und dem Getränkefachgroßhandel, eine Komplettfassung der von der AGVU in Auftrag gegebenen und vom RW TÜV durchgeführten Studie zu erhalten. Nun ist klar warum:

  1. Der RW TÜV entwickelte das Bewertungskriterium "sichtbare Oberfläche", um zu dem bagatellisierenden 6 % - Anteil zu gelangen. Betrachtet man allerdings die in derselben Studie ermittelten Stückzahlen der "Littering-Ereignisse", sind die Getränkeverpackungen bereits danach mit 20,7 % am Litteringaufkommen beteiligt.
  2. Der tatsächliche Anteil der Getränkeverpackungen ist aber noch deutlich höher. So wurde in der TÜV-Studie ausgerechnet das rund 11.000 km lange deutsche Autobahnnetz samt Auf- und Abfahrten sowie Rastplätzen nicht berücksichtigt. Nach Auskunft der Straßenmeistereien ist gerade entlang der Bundesautobahnen der Anteil an Dosen und Einwegflaschen sowohl absolut wie auch prozentual am höchsten.
  3. Ebenfalls nicht mitgezählt wurden Kunststoffflaschen, die komplett der Fraktion der Nicht-Getränkeverpackungen zugeordnet wurden.
  4. Dafür wurden beispielsweise Grünabfälle, wie sie bekanntlich im Sommer während der Wachstumsperiode der Pflanzen anfallen, in die Rechnung mit einbezogen. Ein "Grünabfallereignis" wurde pauschal 118 Getränkedosen gleichgesetzt.

"Das Bewertungskriterium "sichtbare Oberfläche" ist für mich nicht nachvollziehbar", so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e. V. "Mit fragwürdigen Methoden wird so der Anteil von Einweggetränkeverpackungen heruntergerechnet. Man kann sich unschwer vorstellen, dass das subjektive Empfinden beim Anblick von 118 Getränkedosen in der Landschaft verteilt deutlich negativer ist, als ein Grünabfallhaufen. Außerdem verrottet Grünabfall, Getränkedosen aber praktisch nicht."

"Dass Roland Berger diese RW TÜV-Zahlen nur allzu bereitwillig in seine Untersuchung zum Thema Pfand auf Einweg übernommen hat ist einleuchtend, da er mit der AGVU den gleichen Auftraggeber hatte." fügt Günther Guder, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. hinzu. "Bedauerlich nur, dass Umweltpolitiker wie Frau Martini darauf hereinfallen und mit solchen Zahlen Politik betreiben. Damit dürfte aber aufgrund der seriösen Stellungnahme des Witzenhausen-Institutes, welches bereits für einige Landesumweltministerien gearbeitet hat und u.a. einen hervorragenden Ruf bei der bundesweiten Erstellung von Restmüllanalysen genießt, Schluss sein."

Die Stellungnahme zum Littering ist über die DUH und GFGH erhältlich.

ots |

Weitere Berichte zu: Einwegflasche

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wie verändert der Verlust von Arten die Ökosysteme?
18.05.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie