Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Methode zur Entfernung von Schwefel- und Stickstoff-Verbindungen aus Treibstoff entwickelt

11.02.2004


In Treibstoffen enthaltene Schwefel- und Stickstoff-Verbindungen setzen bei der Verbrennung Schwefel- und Stickoxide frei, die die Umwelt belasten. Daher wird immer größerer Wert darauf gelegt, dass Benzin, Diesel und Kerosin möglichst frei von diesen Stoffen sind. Forscher der University of Michigan haben eine neue Methode entwickelt, um unliebsame Stickstoffverbindungen aus Diesel zu entfernen.



Die klassiche Stickstoffentfernung aus Treibstoffen erfolgt gemeinsam mit der Entschwefelung durch katalytische Umsetzung mit Wasserstoff bei hohen Drücken und Temperaturen. Rohöl enthält zwei Klassen von Stickstoff-Verbindungen: Heterozyklen - ringförmige Kohlenwasserstoffe mit einem Stickstoffatom im Ring - und Nicht-Heterozyklen - Verbindungen, bei denen der Stickstoff nicht in einen Ring inkorporiert ist, wie beispielsweise Aniline und offenkettige Amine. Während man die Nicht-Heterozyklen per Hydrierung recht gut los wird, reagieren die Stickstoff-Heterozyklen zu langsam, um effektiv aus dem Rohöl entfernt zu werden. Zu den Heterozyklen zählen vor allem der Sechsring Pyridin und der Fünfring Pyrrol sowie Verbindungen, die einen dieser aromatischen Ringe als Bauelement enthalten.



Ralph T. Yang und Arturo J. Hernández-Maldonado suchten nach einer adsorptiven Methode, um diese störenden Stickstoffverbindungen selektiv zu entfernen. Durch ein Screening fanden die Forscher ein geeignetes Adsorbens: Einen speziellen Zeolithen, der mit einfach positiv geladenen Kupferionen beladen wird. Zeolithe sind kristalline, poröse Silikate mit käfigartigen Poren. Gelangen aromatische Stickstoffverbindungen in die Poren des Zeolithen, bilden sie Komplexverbindungen mit den Kupferionen. Diese binden stickstoffhaltige Aromaten besser als andere Aromaten, wie Benzol und Organo-Schwefelverbindungen.

Der Stickstoffgehalt von handelsüblichem Diesel konnte mit Hilfe des Kupfer-Zeolithen von 83 ppm auf unter 0,1 ppm (0,1 Millionstel Gramm pro Gramm Diesel) gesenkt werden. Die Absorption läuft bei Raumtemperatur und Atmosphärendruck, und das Adsorbens ist vollständig regenerierbar - gute Voraussetzungen für eine großtechnische Anwendung.

Kontakt:

Dr. R. T. Yang
Chemical Engineering Department
University of Michigan
Ann Arbor, MI 48109, USA
Fax: (+1) 734-764-7453
E-mail: yang@umich.edu

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.angewandte.org

Weitere Berichte zu: Diesel Kupferionen Stickstoffverbindungen Treibstoff Zeolithen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie