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Umweltforschung mit Monitoring-System ECOTOX

05.02.2004


Im Sprachgebrauch hat das Wort seinen festen Platz. Alle haben eine Meinung dazu, welchen Schaden "die Umwelt" erlitten hat, wie stark sie bedroht ist, inwiefern sie geschützt werden muss und ob sie gar zurückschlägt. Auch wenn stattdessen von Ökosystemen die Rede ist, lassen solche Begriffe wenig davon ahnen, wie vielschichtig und verzweigt das Geflecht von Wechselwirkungen ist, das Mensch, Tier, Pflanze und andere Lebewesen, den Wasserhaushalt, den Erdboden, die Atmosphäre und das Klima miteinander verbindet. Umwelt kann nicht in einzelne Schubladen gezwängt werden, und für ihre Erforschung gilt dasselbe. Mit der Gründung eines Interdisziplinären Zentrums für Ökosystemare Forschung (ECOSYS) hat die Universität Erlangen-Nürnberg den folgerichtigen Schluss gezogen. Die Stärke der neuen Einrichtung liegt darin, dass Grundlagenforschung und Anwendungen gekoppelt werden.


Über die Chlorophyllfluoreszenz lässt sich die Verteilung sauerstoffproduzierender Organismen in den Ozeanen feststellen. Die Aufnahme wurde mit dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) 2002 an Bord des NASA Terra Satelliten angefertigt.



Über die Chlorophyllfluoreszenz lässt sich die Verteilung sauerstoffproduzierender Organismen in den Ozeanen feststellen. Die Aufnahme wurde mit dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) 2002 an Bord des NASA Terra Satelliten angefert


Wer Rat in Naturschutzfragen braucht, Pflanzen klassifizieren lassen will oder Literatur zur Vegetationsökologie sucht, ist bei den Geobotanikern an der richtigen Adresse. Geht es darum, Wasser oder Klärschlamm auf Rückstände wie zum Beispiel metallorganische Verbindungen zu prüfen, sind die Geologen zuständig. Bodenanalysen fallen in das Gebiet der Physikalischen Geographie oder der Umweltverfahrenstechnik, die zudem gezielte Hilfestellung beim Reinigen von Böden leisten kann. Der fachübergreifende Zusammenschluss versteht sich nicht allein als Forschungskooperation, sondern ebenso als Dienstleistungszentrum. Dieses soll als Anlaufstelle dafür sorgen, dass an der Universität vorhandenes Expertenwissen in Umweltfragen gezielt abrufbar ist.

Um Zustand und Wandel ökologischer Systeme zu Land und zu Wasser beurteilen zu können, ist zuverlässiges Monitoring unabdingbar. Teils durch Neuentwicklungen, teils durch Anknüpfen an Bewährtes will die interdisziplinäre Einrichtung dafür die Voraussetzungen schaffen. Das Monitoring-System ECOTOX des Lehrstuhls für Ökophysiologe der Pflanzen wird bereits von mehreren Kooperationspartnern genutzt. Umweltanalytik, Bildverarbeitung und die Entwicklung neuer Messgeräte zählen zu den Angeboten dieses Lehrstuhls, der vor allem die Wirkung von UV-Strahlen und die Reaktion von Mikroorganismen auf die Schwerkraft erforscht. Im Forschungsprogramm der Pharmakologie stehen eventuell schädliche Einflüsse von körperfremden Stoffe auf den Organismus. Die Zoologen bieten mehrere Schwerpunkte: Bestimmung und Bekämpfung von Parasiten sowie umfassende Untersuchungen des Lebensumfelds von Schmetterlingen und von Blumenfledermäusen.


Neun Lehrstühle und Arbeitsgruppen haben sich dem Interdisziplinären Zentrum Ökosystemare Forschung angeschlossen. Sprecher von ECOSYS ist Prof. Dr. Donat-P. Häder. Im Vorstand sind mit Prof. Dr. Uwe Treter, Prof. Dr. Ronald Böcker, Prof. Dr. Thomas Neeße und Prof. Häder die vier beteiligten Fakultäten der Universität Erlangen-Nürnberg vertreten. Für weitere Teilnehmer steht die Tür offen.

Zum Nutzen der Kooperation für die Bearbeitung von umweltrelevanten Fragestellungen mit interdisziplinärem Ansatz kommen zusätzliche Vorteile für die Studierenden. Gemeinsame Lehrangebote, wie Ringvorlesungen, fächerübergreifende Praktika und Übungen, stehen zur Verfügung. Lehrveranstaltungen der Partner werden im Rahmen der Prüfungsordnungen gegenseitig anerkannt. Ebenso wie wissenschaftliche Mitarbeiter können Diplomanden und Doktoranden beim Austausch zwischen den ECOSYS-Gruppen andere Herangehensweisen und Methoden kennenlernen, ihre Kenntnisse auf eine breitere Grundlage stellen und ihren Horizont erweitern. Für den späteren Start auf dem Arbeitsmarkt kann dies gewiss nicht schaden.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Donat-P. Häder, Tel.: 09131/85 -28216, dphaeder@biologie.uni-erlangen.de

Gertraud Pickel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de
http://www.ecosys.uni-erlangen.de

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