Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WWF legt Report über die wirtschaftliche Bedeutung von Feuchtgebieten vor

03.02.2004


Internationaler Tag der Feuchtgebiete (02.02.2004): Der Wert des Wassers




Flüsse, Seen und Sümpfe sind nicht nur als Trinkwasserspeicher, Erholungsgebiete und Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen von unschätzbarem Wert, Feuchtgebiete haben darüber hinaus eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Sie dienen als Wasserfilter und tragen zum Hochwasserschutz bei. Der jährliche Wert dieser Funktionen liegt bei 70 Milliarden US Dollar. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des WWF. Die Naturschützer erinnern anlässlich des Internationalen Tag der Feuchtgebiete, wie leichtsinnig diese Werte aufs Spiel gesetzt werden: Überflutungsflächen werden trockengelegt, Flüsse begradigt, und Industrie und Landwirtschaft verschmutzen die Flüsse

... mehr zu:
»Feuchtgebiet »Fluss »Lebensadern


„Anstatt Milliardenbeträge in die Luft zu jagen, um auf dem Mars nach Wasser zu suchen, sollte wesentlich mehr getan werden, um die Lebensadern hier auf der Erde zu bewahren”, mahnt Dr. Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland. Die jetzt vom WWF vorgelegte Studie führt 89 bestehende Untersuchungen zusammen, in denen der Wert verschiedener Feuchtgebiete monetarisiert wurde. Für Feuchtgebiete in einer Größenordnung von 630.000 Quadratkilometern liegen bereits solche Abschätzungen vor. Ihre jährliche Wirtschaftsleistung beträgt knapp 3,5 Milliarden US Dollar. Rechnet man diese Summe auf die in der so genannten Ramsar Konvention geschützten Gebiete hoch, ergibt sich ein Wert von 70 Milliarden US Dollar im Jahr.

Der Report verdeutlicht, dass in den vergangenen 100 Jahren die Hälfte aller Feuchtgebiete weltweit verschwunden ist. „Damit wurden zugleich enorme Werte vernichtet. Bislang hat man diese ökonomische Bedeutung aber weit unterschätzt“, bemängelt der WWF. Im Gegenteil: Statt diese Gebiete zu erhalten, werden Milliarden ausgegeben, um Auwälder und Überflutungsflachen als Bauland oder für die Landwirtschaft zu nutzen. Dies möge zwar kurzfristig Gewinne abwerfen, sei aber mittelfristig kontraproduktiv. „Wie kostspielig eine solche Politik sein kann, hat die Flut an der Elbe 2002 eindrücklich vor Augen geführt”, erinnert Peter Prokosch. Der rücksichtslose Umgang mit den Lebensadern der Erde führe nicht nur zu einem unwiederbringlichen Verlust der Artenvielfalt, sondern auch zu verschmutzten Flüssen, Wasserknappheit und immer schwereren Hochwasserkatastrophen.

Der WWF fordert eine Umkehr in der internationalen Wasserpolitik. Es sei viel billiger, die Feuchtgebiete zu bewahren als anschließend die Schäden zu beseitigen, die durch eine verfehlte Politik hervorgerufen werden. Ein nachhaltiges Flussgebietsmanagement sei der erste Schritt, um den beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung vereinbarten Zielen näher zu kommen.

Jörn Ehlers | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Feuchtgebiet Fluss Lebensadern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index
21.08.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie