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Aalsterben: Den Ursachen auf der Spur

06.01.2004


Das Vordringen des Menschen in den natürlichen Lebensraum der Tierwelt, sowohl an Land als auch im Meer, hat meistens Verluste des natürlichen Erbes von Europa zur Folge. In solchen Fällen führen Konflikte zwischen Befürwortern einer fortschreitenden Industrialisierung und Naturschützern nicht selten zu Streitigkeiten über Aktivitäten, die als Freveltaten betrachtet werden. Daher sind Studien erforderlich, die es erlauben, anhand belegbarer Fakten zu einer objektiveren Einschätzung der jeweiligen Problematik zu gelangen.



Wenn menschliche Aktivitäten das Leben der Tiere bedrohen, sei es nun direkt oder indirekt, wird es wichtig, die Kriterien zu verstehen (und auf diese zu reagieren), die zu ihrem Verschwinden beitragen. So wurden in einer europäischen Aal-Initiative Maßnahmen ergriffen, um die Bedingungen zu schaffen, die mit den sinkenden Zahlen dieser Fische in Zusammenhang stehen. Ein Verständnis dieser Faktoren ist von entscheidender Bedeutung, wenn es Europa gelingen soll, sein natürliches Erbe zu bewahren, sich zugleich aber auch industriell weiter zu entwickeln.



In den letzten beiden Jahrzehnten war ein deutlicher Rückgang der Bestände des europäischen Aals (Anguilla anguilla) zu beobachten. Die Gründe dafür waren nicht gleich offensichtlich, doch in einem Projekt des EU-Förderprogramms LIFE QUALITY wurden mehrere Faktoren ausfindig gemacht, die zu dieser Entwicklung beitragen. Zur Zeit werden geeignete Gegenmaßnahmen untersucht.

Im Projekt sollte die Frage geklärt werden, ob der Rückgang der Aalbestände in erster Linie auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist oder natürliche Ursachen hat. Wie sich herausstellte, kann die Mortalität beim Europäischen Aal in Laufwasserkraftwerken bis zu 50% der Population erreichen. Bei den im Projekt durchgeführten Untersuchungen wurden zum Teil fortschrittliche Warnsysteme eingesetzt, die an Flussläufen installiert waren. Mit diesen Systemen ließen sich bestimmte Tageszeiten ausmachen, während derer Aale zum Meer wanderten.

Eines der in dieser Studie gefundenen Kriterien für einen Schutz der Aalbestände besteht in der Notwendigkeit für ein geeignetes Wasserkraft-Management. Da anscheinend die meisten Aale innerhalb einer fünfstündigen Zeitspanne (zwischen 19 und 24 Uhr) den Turbineneinlauf eines Wasserkraftwerks passieren, könnte eine mögliche Lösung für die Senkung der Aalmortalität darin bestehen, die Turbine während dieser Zeit abzuschalten. In einer weiteren Studie fand man außerdem heraus, dass sich Fischereiaktivitäten tatsächlich am stärksten auf den Rückgang der Aalpopulation auswirken. Eine Überfischung könnte daher eine unmittelbare Ursache für die Mortalitätsraten beim Europäischen Aal sein.

Studien dieser Art tragen somit erheblich zu einem Verständnis für die Gesamtverhältnisse im Zusammenhang mit der Aalmortalität bei und sind nachweislich von Nutzen beim Aufspüren brauchbarer Lösungen.

Kontakt

Dr. Erwin Winter
Research Institute
Project leader River Fish & Migration
Haringkade 1
1970 AB
IJMuiden
NETHERLANDS
Tel: +31-25-5564646
Fax: +31-25-5564644
E-Mail: erwin.winter@wur.nl

| ctm
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/fep-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=&DOC=1&RCN=EN_RCN:1296&CALLER=OFFR_TM_DE&TBL=DE_OFFR

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