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Arktische Gewässer als Drogencocktail

27.11.2003


Rückstände von Koffein und Schmerztabletten im Meer gefunden



Hohe Dosen an Koffein und Schmerzmitteln, aber auch Psychopharmaka haben norwegische Forscher in Gewässern nahe der arktischen Stadt Tromsö gefunden, berichtet das norwegische Forschungsinstitut zur Luftreinhaltung Nifo. Welche Auswirkungen die Chemikalien auf Fische und andere Lebewesen haben, ist bisher nicht geklärt.

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Die Gewässerproben haben die norwegischen Forscher aber in Erstaunen versetzt: Neben den hohen Koffeindosen waren auch Spuren verschiedener Antidepressiva und Antiepileptika in den umliegenden Buchten zu finden. Die Medikamente stammen wahrscheinlich von einer psychiatrischen Klinik. Deutlich wurde den Forschern damit gezeigt, dass in kalten Gewässern Spuren von Chemikalien wesentlich langsamer verschwinden als in wärmeren Umgebungen. Koffein wurde rund um Tromsö, einer Stadt auf einer Insel, die von einem ein bis zwei Kilometer breiten Wassergürtel umgeben ist, in einer Dosis von 20 bis 80 Nanogramm (ein Milliardstel Gramm) pro Liter gefunden. Das meiste davon stammt offensichtlich von Kaffee und koffeinhaltigen Softdrinks. "Die Konzentration ist erstaunlich hoch", so Ole-Andres Braathen, Direktor des Nifo.

Neben der hohen Koffein-Konzentration fanden sich im Wasser rund um Tromsö auch erstaunlich hohe Spuren des Arthritis-Medikaments Ibuprofen. Nach Angaben von Braathen waren die Werte drei Mal so hoch wie in anderen europäischen Städten. Die Forscher wollen nun herausfinden, inwieweit sich die chemischen Substanzen auf die Tiere, die in dem Gewässern leben, auswirken. Erst im September hat das Institut Daten über organische Verschmutzung in der Arktis veröffentlicht. Damals wurden verhältnismäßig hohe Konzentrationen von PBDE (Polybromierte Brombiphenylether), einem Flammenschutzmittel, festgestellt. Diese werden vor allem in Kunststoffen, Textilien, Schutzschichten und elektrischen Komponenten verwendet und können in vielen Produkten wie Fernseher, Computer und elektrischen Bauteilen nachgewiesen werden. Durch die großflächige Verteilung sind diese Substanzen weltweit zu persistenten organischen Schadstoffen geworden. Die PBDE Konzentrationen sind zwar in biologischer Materie immer noch geringer als die PCB Konzentrationen, haben jedoch während der letzten zehn Jahre enorm zugenommen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nilu.no

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