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Wasserqualität der Seen muss noch besser werden

29.10.2003


Bundesweite Dokumentation zum Zustand der Seen in Deutschland zeigt: Überdüngung bleibt das Hauptproblem



Die gute Nachricht: Die Qualität des Wassers in vielen Seen Deutschlands ist in den vergangenen zehn Jahren besser geworden. Durch weniger Abwässer wuchs der Wert der Gewässer für Freizeit und Erholung. Die schlechte Nachricht: Viele Seen sind weiterhin überdüngt



Vor allem aus der Landwirtschaft kommen zuviel Phosphat und Stickstoff in die Gewässer. Dort sorgt der Überfluss an Nährstoffen für ein starkes Pflanzen- und Algenwachstum. Die Folgen sind Sauerstoffmangel, Seen können kippen. Schlimmstenfalls können sogar Fische sterben. Deshalb muss der Eintrag von Phosphat und Stickstoffen in die Seen deutlich verringert werden. Dies wird in den nächsten Jahren ein wesentliches Anliegen der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie sein.

In die Erhebung, die die Brandenburgische Technische Universität Cottbus im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) vornahm, flossen Datensätze und Beschreibungen von mehr als 12.000 Seen ein. Daraus entstand eine Seenmonografie, die 227 ausgewählte Seen beschreibt. Parallel dazu hat das UBA die ihm von den Bundesländern übermittelten Daten aus den Jahren 1981 bis 2000 zusammengestellt, ausgewertet und publiziert.

Die Ursache für die Überdüngung hat sich in den letzten Jahren verschoben. In den 70er-Jahren war das Abwasser in der alten Bundesrepublik noch die Hauptquelle für die Überdüngung der Seen. Nachdem in den 80er-Jahren verstärkt phosphatfreie Waschmittel auf den Markt kamen und die Klärwerke Vorrichtungen zum Entfernen der Nährstoffe einbauten, verbesserte sich der Zustand der Gewässer. In den 60er- Jahren stellte sich die Landwirtschaft in der DDR und der Bundesrepublik auf Großproduktion um, so dass die intensive Tiermast und der verstärkte Einsatz von Mineraldünger zunehmend für die Überdüngung verantwortlich wurden.

Die Dokumentation weist auf ein weiteres Problem hin, das in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird: Die Ufer der Seen können wichtige ökologische Funktionen nicht mehr erfüllen, denn Baumaßnahmen und Erholungssuchende können die Ufer zerstören und den Tieren somit Schutz und Nahrungsangebot entziehen.

Die Dokumentation ergab ferner, dass die Versauerung von Seen in Deutschland allgemein eine geringere Rolle spielt als angenommen. Sie stellt allerdings in bestimmten Regionen ein Problem dar, wie zum Beispiel im Bayerischen Wald und im Schwarzwald.

Das Buch mit dem Titel "Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands" wird in der Reihe UBA-Berichte im Erich-Schmidt-Verlag erscheinen.

Die Datensammlung "Wasserbeschaffenheit der wichtigsten Seen in der Bundesrepublik Deutschland" liefert vertiefende Informationen zu 18 ausgewählten und bedeutenden Seen. Sie ist in der Reihe TEXTE des Umweltbundesamtes als Nummer 36/2003 erschienen und kostenlos erhältlich beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, ZAD, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Fax: 030/ 8903 2912. Die Studie kann auch via Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de, Rubrik "Publikationen"/Publikationsliste, bestellt werden.

Jana Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

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