Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine neue Netzwanze erobert deutsche Gärten

16.10.2003


Die drei bis vier Millimeter große Andromeda-Netzwanze ist an einem schwarzen Schild über dem Kopf gut zu erkennen, der sogenannten Halsblase
Foto: M. Hommes, BBA


Die Andromeda-Netzwanze hinterlässt schwarze Kottropfen auf der Blattunterseite
Foto: M. Hommes, BBA


Biologische Bundesanstalt warnt vor Kauf


Ein neues Insekt erobert zurzeit die deutschen Ziergärten. Die Andromeda-Netzwanze ist in einem Park in Bremen an Lavendelheide aufgetreten. Die nur vier Millimeter große Wanze ist ursprünglich in Japan heimisch. Die Biologische Bundesanstalt warnt Gärtner beim Kauf vor dem neuen Insekt und fordert zu einer eindringlichen Kontrolle der Pflanzen auf. An schwarzen Kottropfen an der Blattunterseite sei ein Befall auch im Herbst gut zu erkennen.

Aufgefallen waren die Netzwanzen, mit dem wissenschaftlichen Namen Stephanitis takeyai, nachdem die Blätter einiger großer Sträucher der Lavendelheide plötzlich anfingen gelb zu werden. Da keine Pflanzen dieser Art in den letzten Jahren zugekauft worden waren, sind die Netzwanzen wahrscheinlich durch neue Rhododendren in den Bremer Park gelangt. Eventuell sind die Schädlinge auch aus infizierten Privatgärten in der Nachbarschaft zugeflogen. In einem Bremer Hausgarten konnte die Andromeda-Netzwanze ebenfalls entdeckt werden. Der Gartenbesitzer hatte die Schäden bereits seit mindestens zwei Jahren an einer Pflanze beobachtet, die er vor sechs Jahren gekauft hatte. Vermutlich ist die Art bereits stärker in Deutschland verbreitet als bisher angenommen.


Die Andromeda-Netzwanze legt ihre Eier im Herbst gewöhnlich entlang der Mittelrippe ins Blattgewebe und versiegelt die Wunde mit einem Kottropfen. Ende April bis Anfang Mai schlüpfen die Larven und entwickeln sich mit vier Häutungen zum erwachsenen Insekt. Sie saugen mehr oder weniger gesellig an der Unterseite der Blätter. Die Larven haben lange Sporne auf ihrem Körper. Bei den deutschen Klimaverhältnissen sind wahrscheinlich zwei Generationen zu erwarten. In Süddeutschland vielleicht auch drei. Befallene Pflanzen zeigten zunächst an der Blattoberseite der Blätter punktförmige Aufhellungen. Bei starkem Befall vergilben die Blätter und fallen schließlich ab.

In Deutschland treten noch zwei andere mit der Andromeda-Netzwanze leicht zu verwechselnde Arten auf: die Rhododendron-Netzwanzen Stephanitis rhododendri und Stephanitis oberti. Sie sind leicht mit der neuen Netzwanzenart zu verwechseln. Von der Form und Größe sind sie ähnlich, aber die Andromeda-Netzwanze ist dunkler gefärbt und an einer schwarzen Ausstülpung über dem Kopf zu erkennen.

Dr. P. W. Wohlers | BBA
Weitere Informationen:
http://www.bba.de/mitteil/presse/031610.htm

Weitere Berichte zu: Andromeda-Netzwanze Befall Insekt Netzwanzen Stephanitis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Antarktisches Meereis: mehr Schutz als Vorratskammer für Krilllarven
22.11.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften