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Aktualisierung der Weltwalderhebung

12.09.2003


Wussten Sie, dass die Waldfläche der Erde zwischen 1990 und 2000 alle sieben Stunden um eine Größenordnung abnahm, die der Fläche des Tharandter Waldes entspricht? Ist ihnen bekannt, dass Wälder 30 Prozent der Landflächen unseres Planeten bedecken? Mehr als zwei Drittel aller Wälder in Europa können als naturnah eingestuft werden, während 27 Prozent noch unberührt sind. Rund 12 Prozent der Wälder in Europa sind geschützt und dienen dem Erhalt der biologischen Vielfalt oder dem Landschaftsschutz. Auf jeden Einwohner in Europa kommen 1,42 Hektar (oder rund zwei Fußballfelder) Waldfläche. Obwohl in Europa weit weniger als die Hälfte des Holzzuwachses genutzt werden, beläuft sich die Holzproduktion (Rundholz, Industrieholz und Brennholz) auf fast 500 Millionen Kubikmeter pro Jahr.



Diese Zahlen sind ein Auszug aus der Weltwalderhebung, die gemeinsam von der Ernährungs- und Landwirtschafts-organisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (ECE) seit den 1940er Jahren periodisch durchgeführt wird. Die jüngste Weltwalderhebung stammt aus dem Jahr 2000.

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Anlässlich der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung, die im vergangenen Jahr in Johannesburg stattfand, wurde der signifikante Beitrag, den Wälder für die Umwelt und die Bevölkerung haben, erneut betont. Die nachhaltige Erhaltung und Sicherung der vielfältigen Funktionen von Wäldern steht im Zentrum der aktuellen Umweltpolitik. Die Weltwalderhebung stellt Informationen für den Forstsektor als Grundlage für politische Entscheidungen und die Erfolgskontrolle umweltpolitischer Maßnahmen zur Verfügung. Aufgrund des dringenden Informationsbedarfs zur globalen Waldentwicklung wurde eine Aktualisierung der Weltwalderhebung für das Jahr 2005 gefordert.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) organisiert die TU Dresden in der kommenden Woche ein internationales Expertentreffen, das die Weltwalderhebung für den Bereich der temperierten und borealen Wälder vorbereiten soll. Die Koordination der Aufgaben der Expertengruppe wird von Professor Michael Köhl, Lehrstuhl für Biometrie und forstliche Informatik, wahrgenommen. Neben Vertretern des BMVEL, der FAO, der ECE und der Europäischen Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder werden auch nationale Experten aus Europa, Nordamerika, Australien, Neuseeland und Japan anwesend sein. Am Ende des Treffens soll ein Konzept zur Durchführung der nächsten Weltwalderhebung vorgelegt werden. Deutschland wird mit den Ergebnissen der zweiten Bundeswaldinventur, die für Mitte nächsten Jahres erwartet werden, einen aktuellen Beitrag zur Weltwalderhebung 2005 leisten.

Birgit Berg | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de

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