Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel bedroht Seen und Feuchtgebiete

10.09.2003


Im Jahr 2080 werden die Temperaturen an den Seen der Welt um bis zu 5,7 Grad steigen, so eine neue Studie des Tyndall Centres für Klimawandelforschung in Norwich, England. Grund ist der wachsende Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Methan. Die Studie wird auf der heute im englischen Norwich beginnenden 8. Living Lakes Konferenz vorgestellt. An der von der Umweltstiftung Global Nature Fund organisierten Veranstaltung nehmen über 130 Klima- und Wasserschutzexperten teil. Ziel ist es effektive Maßnahmen zum Schutz von Seen und Süßwasserreserven zu entwickeln.

... mehr zu:
»Fund »Klimawandel »Nature

Eine durchschnittliche Erhöhung der Temperaturen von 4,6 Grad und weniger Regen in den Sommermonaten prognostiziert die Studie für den Bodensee, Deutschlands größten und Zentraleuropas zweitgrößten See. Folgen sind steigende Wassertemperaturen und niedrige Wasserstände. Diese Veränderungen werden großen Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt des artenreichen Sees haben. Der extrem heiße und trockene Sommer in diesem Jahr hat gezeigt, was zukünftig häufiger eintreten könnte: Starkes Algenwachstum und großflächiges Fischsterben bedrohen den Bodensee. Auch die Schifffahrt war durch niedrige Wasserstände teilweise nicht möglich. Stinkende Algenteppiche haben Touristen verärgert und das Baden unmöglich gemacht.

Die Präsidentin des Global Nature Fund, Marion Hammerl, fordert deshalb: "Der Energieverbrauch muss weltweit deutlich reduziert werden; eine Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energienquellen ist dringend notwendig".


Auf der Konferenz werden Seenschützer aus 30 Ländern erörtern, wie auf die veränderten Bedingungen reagiert werden kann, und welche Klimaschutzmaßnahmen den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren können. Hierbei werden insbesondere Beispiele aus Seenregionen wie die am Bodensee und in den englischen Broads-Seen betriebenen Solarboote vorgestellt. Der Global Nature Fund fördert den Einsatz erneuerbarer Energien auch am Tengissee in Kasachstan sowie auf Campingplätzen in ganz Deutschland. Die 1 Megawattkampagne für den Kreis Bodensee/Hegau ist ein weiteres von der Stiftung mit Sitz in Radolfzell unterstütztes Vorhaben.

Die Studie des Tyndall Centres beschreibt die Folgen des Klimawandels auf insgesamt 23 Seen, die alle Mitglieder des internationalen Seennetzwerkes Living Lakes sind. Darunter auch der Baikalsee in Sibirien und der ostafrikanische Viktoriasee. Diese Initiative zum Schutz der Seen weltweit wird koordiniert von der Umweltstiftung Global Nature Fund.

Finanziell wird der Global Nature Fund bei der Durchführung der Konferenz durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert. Außerdem wird das Seennetzwerk von weltweit tätigen Unternehmen wie Unilever, Daimler Chrysler, T-Mobile, Kärcher und der Deutschen Lufthansa unterstützt.

Udo Gattenlöhner | Deutsche Umwelthilfe e.V.
Weitere Informationen:
http://www.globalnature.org
http://www.livinglakes.org

Weitere Berichte zu: Fund Klimawandel Nature

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Ozeanversauerung: Wie individuell sind die Reaktionen?
06.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen