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Biomechanische Wiederbelebung der natürlichen Nahrungskette in offenen Gewässern nach Ölkatastrophen

02.09.2003


Heutzutage sind Unfälle, bei denen Öl in offene Gewässer gelangt, mit einem mechanischen Extraktionsverfahren zügig und effizient unter Kontrolle zu bekommen. Die einschneidendste Folge solcher Vorfälle, nämlich die Störung des ökologischen Gleichgewichts, ist dagegen weitaus teurer und nur unter Schwierigkeiten wieder rückgängig zu machen.



Abgesehen vom mechanischen Entfernen von ausgelaufenem Öl, werden bei den meisten herkömmlichen Verfahren biologische Hilfsmittel eingesetzt, um die Schadstoffe aufzuspalten und zu zersetzen. Bei Zuhilfenahme von künstlich gezüchteten Mikroorganismen können diese biologischen Prozesse den natürlichen Vorgang der allmählichen Wiederherstellung der Biosphäre durch vorhandene und entstehende Mikroorganismen beschleunigen.



Allerdings sind solche Versuche nicht nur kostspielig, sondern in der Praxis auch ineffektiv, weil die mikrobiologischen Substanzen ungleichmäßig verteilt sind. Hinzu kommt, dass die dabei verwendeten spezialisierten Mikroorganismen unsystematisch wirken und zum größten Teil verloren gehen. Um hier Abhilfe zu schaffen, werden bei einer neu entwickelten Technologie aus Deutschland spezialisierte Bakterien für die Wiederbelebung der natürlichen Nahrungskette in offenen Gewässern nach Ölunfällen eingesetzt.

Zu dieser Innovation gehört eine mobile Apparatur, deren Schlüsselkomponente ein Bioreaktor ist. Dieser enthält ein biologisches Medium zur Züchtung von Mikroorganismen, mit denen der Reaktor einmalig besetzt wird, um diese anschließend kontinuierlich zu reproduzieren. Daneben enthält die Apparatur eine Venturidüse und eine Hochleistungs-Tauchpumpe. Letztere erzeugt eine wohldefinierte hydrodynamische Strömung, die eine günstige, kontinuierliche und flächendeckende Vermehrung und Verteilung der Mikroorganismen gestattet.

Der flexible Bioreaktor, der auf der Wasseroberfläche schwimmt, "verdaut" die Wasser-Öl-Emulsion und unterstützt so das Überleben der einzelnen makrobiologischen Glieder der natürlichen Nahrungskette. Die Mikroorganismen greifen die Schadstoffe an und dienen selbst der nächsthöheren Art in der Kette - also z.B. Larven, Muscheln, Wasserpflanzen und letztlich Fischen - als Nahrung.

Diese in sich geschlossene und nachhaltige Technologie wird für die Entwicklung von großtechnischen Anwendungen zusammen mit Partnern angeboten, die bereits auf verschiedenen Gebieten wie z.B. dem Versicherungswesen, dem Spezialschiffbau und dem Seetransport sowie im Betrieb von Fischfarmen oder auf behördlicher Ebene tätig sind.
STRAKE, Astrid

Kontakt:

ZENIT - Zentrum für Innovation & Technik in Nordrhein-Westfalen GmbH
Dohne 54
P.O. Box 102264
45468
Mülheim
GERMANY
Tel: +49-208-3000442
Fax: +49-208-3000461
Email: st@zenit.de

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Weitere Informationen:
http://www.zenit.de
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