Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Größte Flusspferdpopulation der Welt um 95% dezimiert

29.08.2003


Nur noch 1.300 Flusspferde im Virunga Nationalpark


Der Virunga Nationalpark an der Ostgrenze der Demokratischen Republik Kongo war einst Heimat der größten Flusspferdpopulation der Welt: Vor knapp 30 Jahren lebten in dem Schutzgebiet noch 29.000 Tiere. Doch nun schlägt der WWF Alarm: Im August wurden auf dem Gebiet des Nationalparks nur noch insgesamt 1.300 Flusspferde gezählt. Volker Homes, Artenschutzexperte des WWF: "Wilderer töten die Tiere, um an deren Fleisch und Zähne zu kommen. Derzeit herrscht auf dem illegalen Elfenbeinmarkt eine gesteigerte Nachfrage nach den großen Eckzähnen der Flusspferde." Deshalb habe die Wilderei in dieser Region in einem beängstigenden Maße zugenommen.


Schon zu Beginn des Jahres gab es Berichte von hunderten toten Flusspferden am Rutsuru Fluss. Dieser war vermutlich von Wilderern vergiftet worden, um mit möglichst wenig Aufwand möglichst viele Tiere auf einmal zu töten. Homes: "Aufgrund der problematischen Sicherheitslage in der Region war es dem WWF zuletzt nicht möglich, vor Ort zu arbeiten und sich aktiv für den Schutz bedrohter Arten einzusetzen. Nachdem sich die Lage inzwischen beruhigt zu haben scheint, müssen die zuständigen Behörden jetzt mit aller Macht gegen die Wilderer vorgehen. 95 Prozent der Population sind schließlich schon verloren." Werde das Töten nicht gestoppt und der illegale Handel nicht kontrolliert, drohe den Nilpferden im Virunga Nationalpark die Ausrottung.

Flusspferde erreichen ein Gewicht von mehr als drei Tonnen und werden bis zu 40 Jahre alt. Sie verbringen den größten Teil des Tages im Wasser, um ihre Füße von ihrem Gewicht zu entlasten. Obwohl sie sich ausschließlich vegetarisch ernähren, verfügen sie über scharfe Eckzähne. Gesunde Flusspferdbestände sind für das ökologische Gleichgewicht von Flüssen und Seen sehr wichtig, denn der Dung der scheinbar trägen Riesen stellt einen wesentlichen Bestandteil der Nahrungskette dar, insbesondere für Fische. Der WWF- Experte erklärt: "Ein Verlust von 27.000 Tieren kann tiefgreifende Folgen haben: Den Süßwasserökosystemen fehlen täglich hunderte Tonnen Nährstoffe, sodass die Fischbestände schwinden. Das ist schlecht für die örtliche Fischerei."


Der WWF hofft, dass die jüngsten Friedensabkommen der Regierung der Demokratischen Republik Kongo erlauben, in der lange Zeit umkämpften Region einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu etablieren. Die Frage nach einem langfristigen Schutz für Nationalparks und andere wertvolle Schutzgebiete in Krisenregionen wird auch Thema des World Parks Congress sein, der vom 8. bis 15. September in Durban, Südafrika, stattfindet.

Kontakt: Volker Homes, WWF-Artenschutzexperte, Tel.: 069/79144-183, homes@wwf.de

Jenni Glaser | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Flusspferde Flusspferdpopulation Nationalpark Schutzgebiet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise