Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefährliche Algengifte schneller erkennen

13.08.2003


BMBF fördert Biosensor für Nachweis giftiger Algen auf hoher See



Weltweit nimmt die explosionsartige Vermehrung giftiger Algen zu. Bei sommerlicher Hitze treten die so genannten Algenblüten mit zunehmender Wasserverschmutzung auch in den Badeseen und an den Stränden der Nord- und Ostsee auf. Im Kampf gegen die Algen ist neben dem Umweltschutz auch die Frühwarnung wichtig. Mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt TEPS (Toxizität und Ausbreitung toxischer Eukaryonten-Prokaryonten-Systeme) einen neuen Biosensor entwickelt. Mit ihm können bereits die gefährlichen Algen aufgespürt werden. Bisher war nur der Nachweis ihrer Gifte möglich. Das BMBF förderte die Entwicklung mit 2,1 Millionen Euro.

... mehr zu:
»Alge »Algenblüten »Algengift »Biosensor


Der Biosensor ist ein leicht zu bedienendes Mikrochip-Handgerät. Derzeit wird er in Feldversuchen getestet und soll dann als Warngerät an Bord von Fisch- und Muschelkuttern eingesetzt werden. An seiner Entwicklung waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs Instituten auf Helgoland und Sylt, in Bremerhaven, Jena, Mainz und in Stuttgart beteiligt. Sie untersuchten die genetischen Unterschiede zwischen giftigen und ungiftigen Stämmen, die es bei ein und derselben Algenart geben kann. Dabei erprobten die Wissenschaftler das Algen-Frühwarnsystem erfolgreich auf dem Forschungsschiff Heincke.

Giftige Algen führen bei Kontakt im Wasser zu Hautreizungen. Wenn sie in Muscheln angereichert werden, können sie das Gift sogar in gefährlichen Konzentration speichern, die bei Verzehr zu Atemlähmung oder Gedächtnisverlust führen. Ursache für den dramatischen Anstieg der giftigen Algenblüten in den Küstengewässern ist ein Überangebot an Nährstoffen, vor allem Stickstoff. Er wird hauptsächlich in Form von Gülle, Düngemitteln und Abwasser über die Flüsse eingeschwemmt. Einige Algenarten bilden dabei stickstoffhaltige Stoffwechselprodukte, die auf Menschen und Säugetiere als Nervengift wirken. So ist beispielsweise das bekannteste Algengift Saxitoxin tausendmal giftiger als Zyankali.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne
Prof. Dr. Franz Brümmer
Universität Stuttgart / Biologisches Institut / Abt. ZOOLOGIE
Pfaffenwaldring 57
D- 70569 Stuttgart
Tel: 0711 685 5083, Fax: 0711 685 5096
Email: franz.bruemmer@po.uni-stuttgart.de

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/bio/zoologie/
http://www.bmbf.de/presse01/916.html

Weitere Berichte zu: Alge Algenblüten Algengift Biosensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise