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Quecksilber - Das Ende des kommerziellen Walfangs in Japan?

12.06.2003


Ein aktueller Bericht der internationalen Umweltorganisation Environmental Investigation Agency (EIA), "Steigendes Quecksilber: der Verkauf von verseuchtem Wal-, Delphin- und Tümmlerfleisch in Japan", zeigt, daß unterschiedliche Fischprodukte (Wal-, Delphin- und Tümmler) in vielen japanischen Geschäften einen erhöhten Quecksilbergehalt aufweisen.


Der Bericht, eine Woche vor der 55. Jahresversammlung der International Whaling Commission (IWC) veröffentlicht, deutet darauf hin, daß japanische Konsumenten ernsthafte Gesundheitsrisiken beim Konsum von Wal- und Delphinprodukten eingehen. Eine chemische Untersuchung von 58 Fleisch- und Speckproben in japanischen Supermärkten zeigt, daß die von der Regierung erlaubten Quecksilberanteile in 62% der Produkte überschritten sind.

Clare Perry, Leiterin der EIA Walkampagne, sagt "die japanische Regierung weiß seit mehreren Jahrzehnten von dem gefährlichen Quecksilbergehalt in Walen, Delphinen und Tümmlern, es wurden aber dennoch keine Maßnahmen ergriffen, den japanischen Konsumenten zu schützen." Wale, Delphine und Tümmler sind besonders empfänglich für Schadstoffe wie Quecksilber, weil sie lange leben und sich ganz oben auf der Nahrungskette befinden.


Quecksilber greift das Nervensystem an, und Wissenschaftler haben festgestellt, daß sogar niedrigere Konzentrationen erhebliche Schäden verursachen können. Besondere Gefahren birgt diese Schadstoffkonzentration für schwangere Frauen und deren Babys sowie für Kleinkinder. Einem japanischem Zeitungsartikel zu Folge, entscheidet die japanische Regierung momentan darüber, welche Maßnahmen nötig sind, um die Öffentlichkeit vor den Gesundheitsgefahren von Quecksilber in Fischpopulationen zu warnen. Bisher hat die Regierung jedoch noch keine Schritte diesbezüglich unternommen, obwohl der Quecksilbergehalt zehn bis hundert Mal höher ist als üblich bei Fischen.

Die EIA drängt die japanische Regierung auf ein sofortiges Verkaufsverbot von Wal-, Delphin- und Tümmlerprodukten; auf eine öffentliche Gesundheitswarnung daß schwangere und stillende Frauen diese Produkte nicht essen sollten; und auf ein Gesamtverbot des "Küstenwalfangs". Clare Perry sagt, "So lange Wale, Delphine und Tümmler in Japan’s Küstengebieten gejagt werden, wird deren Fleisch und Speck für die japanische Öffentlichkeit erhältlich sein.

Die Mehrheit der Japaner ist nicht darüber informiert, woher diese Produkte kommen und daß sie Giftstoffe enthalten. Die Bevölkerung sollte nicht durch diese unerklärliche Politik der Regierung zum kommerziellen Walfang in Gefahr gebracht werden."

Hintergrund Informationen:

Die Environmental Investigation Agency (EIA) ist eine Not-For-Profit Umweltorganisation mit Büros in London, England und Washington, DC.

Die 55. Jahresversammlung der International Whaling Commission (IWC) findet am 16. Juni 2003 in Berlin statt.

Mehr als 400,000 Delphine, Tümmler und Kleinwale sind in den letzten 20 Jahren in japanischen Gewässern getötet worden. Die Jagd auf diese Tiere widerspricht den Empfehlungen der IWC und deren Wissenschaftsrat und der oft wiederholten Aussage der japanischen Regierung von "sustainable utilisation of marine resources."

Die EIA hat von März 2001 bis Februar 2003, 58 Wal-, Delphin- und Tümmlerprodukte von japanischen Supermärkten und Fischmärkten in 13 Präfekturen gekauft. Die durchschnittliche Konzentration von Quecksilber lag bei 2,05 ppm (parts per million), und war somit mehr als 5 Mal so hoch wie der erlaubte Höchstwert der japanischen Regierung. Die ’methylmercury’ Form von Quecksilber hatte einen durchschnittlichen Wert von 1,13 ppm, 4 Mal höher als der erlaubte Höchstwert.

Alle Produkte, die durch DNS-Analyse als Delphin, Tümmler oder Kleinwal identifiziert wurden, überstiegen den erlaubten Quecksilbergehalt. Mit Hilfe der DNS-Analyse, von EIA und anderen Organisationen gestiftet, wurde wiederholt festgestellt, daß Delphin- und Tümmlerfleisch mit falscher Aufschrift oft und weit verbreitet als Walfleisch verkauft wird.

| EIA

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