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Asiatischer Marienkäfer macht Probleme

23.05.2003



Für Schlagzeilen sorgte im letzten Herbst der in Europa nicht heimische Asiatische Marienkäfer Harmonia axyridis. In Städten wie Frankfurt und Hamburg wurden die Tiere in Massen an Hauswänden gefunden und drangen über Ritzen auch in Häuser ein.


Diese Marienkäferart wird als Nützling zur Bekämpfung von Blattläusen an Gärtnereien verkauft. Allerdings dürfen Nützlingsarten wie H. axyridis, die in Deutschland nicht heimisch sind, nur mit einer naturschutzrechtlichen Einzelgenehmigung der zuständigen Landesbehörden eingesetzt werden, betont die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft

Seit einigen Jahren vertreiben Firmen in den Niederlanden und in Belgien H. axyridis als effektiven Nützling zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen. Auch deutsche Gärtner können den Marienkäfer kaufen. Allerdings muss jeder, der die Marienkäfer ausbringt, nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 41, Absatz 2) bei der zuständigen Landesbehörde zuvor einen Antrag stellen, um diese nicht heimische Tierart aussetzen zu dürfen. Dies gilt auch, wenn die Käfer in Gewächshäusern unter Glas oder Folie freigesetzt werden. Geschieht dies nicht, drohen Strafen in Höhe von 4 - 5.000 Euro.


Diese Maßnahmen sind nicht unbegründet: Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt befürchten, dass sich dieser „Neuankömmling“ aufgrund seiner Lebensweise und seiner hohen Vermehrungsrate auch in Deutschland rasch ausbreiten wird. Einige heimische Marienkäfer-Arten, von denen es rund 80 Arten in Deutschland gibt, könnten durch ihn langfristig verdrängt werden. Anders als der einheimische Siebenpunkt-Marienkäfer frisst H. axyridis nicht nur Blattläuse, sondern auch blattlausfressende Gallmücken-Larven, Larven konkurrierender Marienkäferarten und viele andere Insekten. Feinde hat er ebenso wenig wie andere Marienkäfer, da er ziemlich ungenießbar ist.

Die englische Bezeichnung "Multicolored Asian Lady Bird" weist auf seine sehr große Variabilität hin. Die schwarz gepunkteten Käfer können von fast völlig orangerot bis fast völlig schwarz gefärbt sein. Typisch für die Gattung Harmonia ist die schwarze Zeichnung auf dem Halsschild, die einem M ähnelt. Von der heimischen Harmonia-Art (H. quadripunctata) ist H. axyridis für das ungeübte Auge nur schwer zu unterscheiden. Ursprünglich wahrscheinlich aus China stammend, sind auch kältere Klimazonen für ihn kein Problem. In Russland werden die Tiere seit den 30er Jahren ausgesetzt. In den USA wurde der Käfer bereits 1908 freigesetzt; doch erst nach erneuten Einfuhren seit 1978 vermehrte er sich stark und ist inzwischen von den warmen Südstaaten bis nach Kanada vorgedrungen.
Eine Liste aller in Deutschland käuflich zu erwerbenden Nützlinge finden Sie hier.


Dr. Gerlinde Nachtigall | BBA Biologische Bundesanstalt
Weitere Informationen:
http://www.bba.de

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