Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Super-Partikel für die Abwasserreinigung

30.04.2003


Schwermetalle in Wasser stellen eine große Gefährdung der menschlichen Gesundheit dar. Eine Gruppe von europäischen Wissenschaftlern hat neuartige Partikel entwickelt, mit denen sich diese gefährlichen Elemente unschädlich machen lassen.



Die Stahl-, Glas- und Keramikindustrie, aber auch Kraftwerke produzieren wichtige Verbrauchsgüter für den Menschen. Andererseits fallen dabei aber auch große Abwassermengen an, die mit Schwermetallen belastet sind. Der größte und am weitesten verbreitete Übeltäter ist wahrscheinlich die Elektrizitätserzeugung, doch wer wäre schon bereit, im 21. Jahrhundert ohne Strom zu leben?

... mehr zu:
»Abwasser »Metall »Prozess »SPMCs »Schwermetall


Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Arsen wirken aber leider toxisch auf den Menschen. Die schwersten Gesundheitsschäden verursachen diese Substanzen im zentralen Nervensystem. Daher müssen Abwässer von diesen Metallen gereinigt werden, bevor sie wieder der Wasserversorgung zugeführt oder in Fertigungsprozessen verwendet werden können.

Diese profilierten Industriezweige sind stets bestrebt, ihre Verfahren zur Abwasseraufbereitung zu verbessern, da sie immer strengere behördlich vorgeschriebene Grenzwerte erfüllen müssen. Dabei kann ihnen innovative Forschung helfen, die mit Mitteln der Europäischen Kommission gefördert wird.

Wissenschaftler aus Großbritannien, Irland und Deutschland haben dabei ihr Expertenwissen eingebracht, um auf dem Gebiet der superparamagnetischen Kompositpartikel (Superparamagnetic Composite Particles, SPMCs) neue Maßstäbe für den Stand der Technik zu setzen. Sie entwickelten einen auf Verfahren der Nasschemie basierenden neuen Prozess zur Erzeugung von SPMCs im Mikron- und Submikronbereich mit eingebetteten Eisenoxid-Nanopartikeln, die ihre magnetischen Eigenschaften auch beim Vorhandensein eines Magnetfeldes nicht verlieren.

Werden sie in einen Abwasserstrom eingebracht, ziehen diese SPMCs die darin enthaltenen Schwermetalle an. Nach der Komplexbildung werden die schwermetallbeladenen SPMCs wieder aus dem Abwasserstrom entnommen. Die Schwermetalle können anschließend durch Ändern des lokalen pH-Wertes von den SPMCs abgetrennt werden. Nach der Separation können die Schwermetalle als hochkonzentrierter Klärschlamm sachgemäß entsorgt werden. Organisationen mit einer noch proaktiveren Einstellung zum Umweltschutz könnten sogar versuchen, die Metalle mit verschiedenen bekannten Techniken zurückzugewinnen.

Der gesamte Prozess wurde in einer kontrollierten Umgebung demonstriert. Die Wissenschaftler sind auf der Suche nach weiterer Unterstützung für eine kommerzielle Nutzung der neuen SPMCs, die bei verschiedensten Industriebetrieben angewandt werden können, in denen mit Schwermetallen belastetes Abwasser anfällt. Diese enorm fortschrittlichen SPMCs könnten Abwässer durchaus kostengünstiger reinigen als bestehende Verfahren.

Kontakt

Peter Rogin (Dr)

Institut für Neue Materialien gem. GmbH
Im Stadtwald Geb. 43
66123
Saarbrücken
GERMANY
Tel: +49-681-9300319
Fax: +49-681-9300223

| Cordis Technologie Marktplatz
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/fep-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=&DOC=1&RCN=EN_RCN:1018&CALLER=OFFR_TM_DE&TBL=DE_OFFR

Weitere Berichte zu: Abwasser Metall Prozess SPMCs Schwermetall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften