Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Extraktion von Rückständen aus Lebensmittel- und Chemieabfällen

15.04.2003


An einer spanischen Universität wurde ein Prozess zur Rückgewinnung wertvoller Substanzen aus Abwässern der Lebensmittel- und Chemieindustrie entwickelt, das nach dem Prinzip der Ionenaustausch-Separation funktioniert. Der Prozess kann auch in Wasseraufbereitungsanlagen angewandt werden.



Das Ionenaustauschverfahren zum Abscheiden von Substanzen wird schon seit vielen Jahren industriell eingesetzt, beispielsweise zur Extraktion von Schwermetallen in Wasseraufbereitungsanlagen. Dabei strömt das Abwasser durch Ionenaustauscherkolonnen, die innen mit einer Beschichtung versehen sind, auf der Ionen gebunden sind. Wird die Kolonne von Abwasser durchströmt, verdrängen die darin enthaltenen Schwermetallionen die auf der Innenseite der Kolonne gebundenen Ionen. Somit verbleiben die Metallionen in der Kolonne, während die ursprünglich vorhandenen Ionen ausgeräumt werden.

... mehr zu:
»Extraktion »Ion »Kolonne »Prozess »Rückständen


Die aktuelle Forschung konzentriert sich nun auf eine Erweiterung dieses Ionenaustauschprozesses. Das Ziel besteht darin, das Verfahren zum Entfernen von Metallen aus Industrieabwässern so zu verbessern, dass eine Kontamination vermieden wird, und den bestehenden Prozess so weiter zu entwickeln, dass er sich auch zum Extrahieren von Proteinen aus Rückständen der Lebensmittel verarbeitenden Industrie - beispielsweise aus Milch, Eiern, Fisch und pflanzlichen Produkten - zu entfernen. Auch in der chemischen Industrie kann es nützliche Anwendungen für diesen fortschrittlichen Ionenaustauschprozess geben, so z.B. zur Reinigung von Flüssigkeitsströmen. So lassen sich nicht nur Reinigungskosten vermeiden, sondern auch hochwertige Produkte herstellen.

Dazu wurden unterschiedliche Typen von Ionenaustauscherkolonnen im Labor getestet, um Aussagen über die besten Austauscher sowie die Reaktionskinetik und das Reaktionsgleichgewicht zu gewinnen. Der konstruktive Aufbau der Kolonnen und ihre maßstabsgerechte Vergrößerung wurden von Kolonnen von 1cm Durchmesser (Labormaßstab) zu Ausführungen mit bis zu 2m Durchmesser (Industriemaßstab) weiter entwickelt. Im Projekt wurden die konstruktiven Grundlagen eines Prozesses für den Ionenaustausch im industriellen Maßstab eingehend untersucht und Tests an einer Pilotanlage durchgeführt. Dieser Prozess arbeitet sehr spezifisch und ist daher in der Lage, aus Flüssigkeiten auch Ionen zu extrahieren, die nur in sehr geringen Konzentrationen vorhanden sind. Die dafür benötigte technische Ausstattung ist im Vergleich mit anderen Separationstechniken ausgesprochen preisgünstig und einfach zu bedienen. Darüber hinaus lässt sich der Betrieb einfach automatisieren. Durch den abwechselnden Einsatz von zwei Kolonnen kann der Prozess kontinuierlich betrieben werden.

Als nächstes gilt es, diese Technologie in industriellen Prozessen zu implementieren. Die Universität ist auf der Suche nach Partnerbetrieben aus der Lebensmittel verarbeitenden oder chemischen Industrie, in deren Prozessen das neue Ionenaustauschverfahren wünschenswert ist.


Kontakt
ENCINAS, Carlos

Fundación para el Fomento en Asturias de la Investigación Científica Aplicada y la Tecnología
C/Cabo Noval, No. 11, 1C
33007
Oviedo
SPAIN
Tel: +34-985-207434
Fax: +34-985-207433
Email: carlosem@ficyt.es


| Cordis Technologie-Marktplatz
Weitere Informationen:
http://www.ficyt.com

Weitere Berichte zu: Extraktion Ion Kolonne Prozess Rückständen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen