Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller Abbau der Ozonschicht in kalten Wintern

10.04.2003


Der Abbau der Ozonschicht über der Arktis läuft in kalten Wintern schneller ab, als bislang erklärt werden kann.

... mehr zu:
»Arktis »FCKW »Ozonschicht »Ozonverlust

Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Veröffentlichung von Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Potsdam, des Jet Propulsion Laboratory in Los Angeles und des Naval Research Laboratory in Washington. Sie wurde von der American Geophysical Union (AGU) als besonderes Forschungsergebnis nominiert und für die Titelseite der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" ausgewählt.

Ozonschicht in Gefahr


Die Ozonschicht in 20 bis 30 Kilometer Höhe filtert einen großen Teil der lebensfeindlichen UV-Strahlung der Sonne und ermöglicht das Leben auf der Erde. Eine besondere Rolle in der globalen Bilanz spielen Ozon abbauende Reaktionen, die sich in jedem Winter in den großen Tiefdruckgebieten der polaren Atmosphäre abspielen. Verantwortlich für den Ozonverlust über der Arktis sind Abbauprodukte von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), tiefe Temperaturen in der Stratosphäre (etwa 12 bis 40 Kilometer über der Erde) sowie das Sonnenlicht. Die extreme Kälte im polaren Winter wandelt dabei zunächst Abbauprodukte von FCKWs in sehr reaktive Ozon zerstörende Substanzen um. Der eigentliche Ozonabbau sollte nach derzeitigem Wissensstand aber erst im intensiven Sonnenlicht des Frühjahrs effektiv ablaufen: also nicht inmitten des dunklen arktischen Winters!

Erhebliche Ozonverluste auch im Winter

Um die jahreszeitliche Entwicklung des Ozonabbaus genau zu messen, organisierte das AWI während des letzten Jahrzehnts mehrere internationale Messkampagnen. Hierzu wurden tausende von Ozonsonden von einem Netzwerk von etwa 35 Messstationen in der Arktis gestartet. Die Sonden bestehen aus einem kleinen Ozonsensor, der an einem Helium gefüllten Ballon bis in eine Höhe von etwa 30 Kilometern aufsteigt. In der jetzt als Titelstory in den "Geophysical Research Letters" publizierten Studie wurden diese Messungen mit Modellberechnungen und Daten zweier amerikanischer Satelliten kombiniert. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in seinem Atmosphärenforschungsprogramm 2000 geförderten Arbeiten zeigen, dass es, entgegen vergangener Annahmen, bereits im Dämmerlicht des arktischen Januars, wenn die Sonne nach der Polarnacht gerade wieder über den Horizont steigt, zu erheblichen Ozonverlusten kommt.

FCKWs haben noch immer starken Einfluss auf die Ozonschicht

Nach derzeitigem Wissensstand können die Gründe für diese Abbauraten jedoch noch nicht genau benannt werden. "Wie diese Prozesse auch beschaffen sein mögen, vieles deutet darauf hin, dass auch dieser zusätzliche Ozonverlust in Zusammenhang mit den FCKWs und anderen vom Menschen gemachten Halogenverbindungen steht", sagt Dr. Markus Rex von der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts. Die Produktion dieser Substanzen ist zwar inzwischen weltweit nahezu verboten, sie werden aber auf Grund ihrer langen Lebensdauer noch einige Jahrzehnte in der Atmosphäre verbleiben.

Dipl.-Ing. Margarete Pauls | idw

Weitere Berichte zu: Arktis FCKW Ozonschicht Ozonverlust

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten