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Transportketten in der Kreislauf- und Abfallwirtschaft optimieren

01.04.2003


Die ersten Ergebnisse des vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderten Forschungsprojekts OPTRANS (Optimale Transporte) zeigen die Potenziale zur Verbesserung der Transportkette. Das Projekt unter der Leitung der PTV AG befasst sich mit der integrierten Bewertung von Transportprozessen in der Kreislauf- und Abfallwirtschaft am Beispiel der Verwertung von Altkunststoffen. Ziel ist es, den Transportaufwand zu optimieren und dabei besonders auch ökonomische und ökologische Kriterien zu berücksichtigen.



Jährlich werden in Deutschland etwa 600.000 Tonnen Altkunststoffe aus Sammlungen des Dualen Systems Deutschland einer Verwertung zugeführt. Dabei gilt es, Transportaufwände und -entfernungen entlang der Entsorgungskette Sammlung, Veredelung und Verwertung so zu reduzieren, dass eine in allen Belangen hochwertige Kreislaufwirtschaft garantiert ist.



OPTRANS befasst sich dabei vor allem auch mit den ökologischen und ökonomischen Aspekten des Transports. In einem ersten Schritt wurden die negativen Umwelteffekte der Transportwege beschrieben und daraus Kriterien und Ansätze abgeleitet, wie diese zu quantifizieren sind. Die aus wissenschaftlichen Untersuchungen gewonnenen Äquivalenzfaktoren ermöglichen, die im Transportverkehr emittierten Stoffe in ihrer Gesundheitswirkung auszudrücken. Außerdem sollen Strategien zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit - Stichwort “Ökoeffizienz” - aufgezeigt werden.

Optimale Strukturen senken Transportkosten

Die bestehende Situation ist unter anderem gekennzeichnet durch gewachsene und damit zum Teil ungünstige logistische Strukturen. Auf dieser Basis lassen sich für die Praxis lohnende Potenziale nachweisen, die Kosten und Aufwände senken.

Die Untersuchung ergab, dass sich bei den vorhandenen Strukturen im Bereich Kunststoffrecycling die Kosten in der Logistik kaum reduzieren lassen. Optimiert man die Strukturen, beispielsweise durch EDV-gestützte Disposition und längerfristig auch durch günstiger gelegene Standorte, ist eine Senkung der Transportkosten um etwa 12 Prozent möglich.

Alternative Verkehrsträger

Ein weiterer Ansatz zur Verbesserung ergibt sich aus dem Verlagerungspotenzial von LKW auf Bahn. Dieses beläuft sich nach ersten Untersuchungen auf rund 12 bis 14 Prozent der jährlichen Transportmenge. Gerade für den kombinierten Verkehr von Schiene und Straße, der auch über längere Distanzen vorteilhaft ist, könnten größere Anteile der Transporte auf alternative Verkehrsträger verlagert werden.

Auf Basis dieser Ergebnisse entwickelt und integriert PTV nun in Zusammenarbeit mit Partnerfirma LOCOM ein entsprechendes Transportplanungssystem, das Transportaufträge generiert, diese disponiert und daraus optimale Transporte bildet. Das heißt, die Software verplant die Transportmenge so auf die LKWs, dass Leerfahrten vermieden und Strecken effizienter gefahren werden. Das ermöglicht zudem die volle Transparenz über Transportströme und Transportmittel.

Branchenexperten forschen gemeinsam

OPTRANS startete im März 2001 und wird im Herbst 2003 abgeschlossen sein. Nach Abschluss des Projekts ist geplant, Pilotsysteme bei planenden, steuernden und ausführenden Unternehmen umzusetzen. Die Projektergebnisse sollen anschließend auf andere Abfallfraktionen übertragen werden.

Zu den Projektpartnern zählt als zentraler Akteur in der Verwertungskette die DKR - Deutsche Gesellschaft für Kunststoffrecycling mbH. Dezentrale Akteure entlang der Verwertungskette, also Transporteure, Sortierer, Veredeler und Verwerter, sind die ALBA Wertstoffmanagement GmbH und die LSR Recycling-Zentrum Dingelstädt GmbH. Als Experten zur Optimierung von Transportprozessen sowie zur ökonomischen und ökologischen Bewertung von Lösungsansätzen engagieren sich die LOCOM Consulting GmbH und die Ifeu Institut für Energie- und Umweltforschung GmbH. Multiplikator für die Außendarstellung des Projekts und zur Unterstützung bei der Entwicklung von Transferkonzepten ist der bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. Die PTV AG leitet das Projekt. Außerdem ist der Logistiksoftware-Anbieter federführend bei der Entwicklung und Integration des Transportplanungssystems.

| PTV
Weitere Informationen:
http://www.ptv.de/optrans

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