Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltmeere bleiben überfischt

14.03.2003


Australien: Mehr als 60 Prozent der Speisefische aus anderen Ländern

... mehr zu:
»Speisefisch »Thunfisch »Weltmeer

Die Umweltorganisation Greenpeace hat heute, Donnerstag, eine Neuauflage des Einkaufsführers über Speisefisch "Fish & Facts" präsentiert. Das Ergebnis ist weiterhin traurig: Die Meere sind heillos überfischt. Empfohlen werden kann aus ökologischer Sicht nur Hering und Makrele sowie Karpfen, Lachs und Forelle aus Bio-Aquakulturen. Auch Seelachs und Nordseegarnelen gibt es zur Genüge. Bei diesen beiden Arten kritisieren die Umweltschützer aber die großen Mengen an Beifang.

Alle anderen Arten sind in die Kategorien "kritisch" bzw. "katastrophal" einzuordnen. Die Umweltorganisation warnt erneut vor dem schwindenden Kabeljau-Bestand. Auch der Alaska-Seelachs, der für Fischstäbchen verwendet wird und einen Marktanteil von über 35 Prozent hält, ist extrem überfischt. Für Scholle und Thunfisch ist die Lage ebenfalls katastrophal, vom Aussterben bedroht sind außerdem Aale. "Kabeljau dürfte überhaupt nicht mehr gefischt werden, sonst gibt es bald keinen mehr", so die Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms. Erst Ende 2002 einigten sich die EU-Fischereiminister auf eine Fangquote für Kabeljau, obwohl Wissenschaftler einen Fischereistopp gefordert hatten. Die Umweltschützer bringen auch ein, dass die ständig wachsende Verschmutzung der Meere und damit auch die chemische Verseuchung von Speisefisch-Arten zunimmt. Besonders betroffen davon sind Heilbutt und Thunfisch. "Diese beiden Arten sollten nicht zu oft auf dem Teller liegen. Generell sind fetthaltige Fische stärker belastet als magere", meint die Expertin. Die Umweltorganisation kritisiert auch die zu oft fehlende EU-weite Kennzeichnungspflicht, die seit 1. Januar 2002 verordnet wurde.


Eine neue Untersuchung der australischen Forschungsorganisation CSIRO ergab, dass mehr als 60 Prozent aller in Australien angebotenen Speisefische von anderen Ländern kommen. Insgesamt werden am fünften Kontinent mehr als 200 verschiedene Speisefischarten aus über 50 Staaten angeboten. "Das sind pro Jahr 140.000 Tonnen Fisch. Diese Zahlen sind in den vergangenen zehn Jahren um das Daoppelte gestiegen", so Studienautor Gordon Yearsley. Die Hauptimportländer sind Neuseeland und Thailand. Die Australische Forschungseinrichtung macht in ihrer Studie allerdings keine Angaben über die tatsächliche Zahl der gefangenen Tiere. Auch wird das Thema "Überfischung" nicht angeschnitten. Die Fisheries Research and Development Corporation (FRDC) hat die Studie, die in Buchform erschienen ist, mitfinanziert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.at
http://www.csiro.au

Weitere Berichte zu: Speisefisch Thunfisch Weltmeer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie