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Naturopfer für Containerriesen?

12.03.2003


WWF stellt neue Studie zu ökologischen Auswirkungen der geplanten Flussvertiefungen von Elbe und Weser vor

Die geplanten Ausbauten der Flussunterläufe von Elbe und Weser für die Schifffahrt können schwerwiegende Folgen für die Natur in und an den Flüssen haben. Wertvolle Lebensräume wie Auwälder, Röhrichte oder Wattflächenwerden zerstört oder beeinträchtigt - mit fatalen Folgen für viele Pflanzen und Tiere, die jetzt schon gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht sind. Darüber hinaus erhöhen die Flussvertiefungen auch die Risiken für den Hochwasserschutz. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der WWF heute vorgestellt hat.

"Angesichts der massiven ökologischen Auswirkungen sowie der Gefahr für den Küstenschutz muss auf einen weiteren Ausbau von Elbe und Weser verzichtet werden. Ein weiterer Eingriff in die Flusslandschaften ist mit nationalem und internationalem Naturschutzrecht nicht vereinbar", sagte Beatrice Claus vom WWF. Der WWF fordert Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe auf, keine weitere Vertiefung dieser Flüsse in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen, dessen Entwurf in Kürze vorgelegt wird.

Elbe und Weser wurden in den Vergangenheit jeweils sechsmal und fünfmal für die Schifffahrt vertieft. Das hat dazu beigetragen, dass viele der dort lebenden Fische wie Alse, Schnäpel oder Stör bereits ausgestorben oder ihre Bestände zusammengebrochen sind wie bei Finte, Quappe und Ukelei. Durch einen weiteren Sauerstoffabfall im Wasser im Falle einer erneuten Vertiefung, droht an der Elbe ein Massensterben von Fischen. Durch die Erhöhung des Tidehochwassers gehen wertvolle Röhrichtbestände verloren - mit schwerwiegenden Folgen für vom Aussterben bedrohte Vögel wie die Rohrdommel und stark gefährdete Vögel wie den Schilfrohsänger. Empfindliche Naturräume in Ufernähe werden häufig überschwemmt, was den Bruterfolg von vom Aussterben bedrohten Vögeln wie die Lachseeschwalbe gefährdet. Seltene Süßwasserwatten und -röhrichte versalzen, Seehunde und Nahrung suchende Vögel werden während der Bauphase gestört, Tiere am und im Gewässerboden werden durch Baggern und Verklappung geschädigt.

Die Flussvertiefungen beeinflussen nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern fördern auch das Eindringen von Nordseewasser in die Flussmündungen und tragen so zu einem Ansteigen der Wasserstände bei Sturmfluten bei, wodurch die Gefahr einer Hochwasserkatastrophe wächst. Von 1950-1980 sind in Hamburg die höchsten Sturmflutwasserstände um mindestens 70 cm angestiegen und dies ist zu 20-30 % auf Flussvertiefungen zurückzuführen. Im Falle der Weser ist die Erhöhung der Wasserstände auf Grund der Vertiefungen mindesten so groß. "Angesichts der Häufung von Überschwemmungen und Sturmfluten ist es unverantwortlich, die Flüsse weiter zu vertiefen und so den Küstenschutz zu gefährden", so Claus.



Pressekontakt:


Beatrice Claus,
Referentin Küstenschutz,
WWF Deutschland,

Tel.: 0151- 14742447
Gabriele Kranz,
Pressereferentin,
WWF Deutschland,
Tel.: 04 21-6 58 46-18,
0171-3426928

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