Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wal-Sensoren geben Geheimnisse der Arktis preis

24.01.2003


Um die Geheimnisse der arktischen Gewässer zu lüften, haben britische und norwegische Wissenschaftler Sensoren an Weißen Walen, den Belugas, angebracht. Nach 63 Forschungstagen ergaben die Untersuchungen eine Bestätigung der Annahme, dass wärmeres Wasser aus dem Nordatlantik in die subpolaren Gewässer eindringt, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin Geophysical Research Letters der US-Geophysical Union.



Das britisch-norwegische Forscherteam hat für die Untersuchungen drei Belugas mit den Sensoren versehen. Die Sensoren, die mit einem Satelliten verbunden sind, haben Leitfähigkeit, Temperatur und Tiefe des Meerwassers untersucht. Von besonderem Interesse waren Gebiete rund um die norwegische Insel Spitzbergen. Dort können Messungen vom Schiff aus nur schwer durchgeführt werden, da die Tiere sehr tief tauchen. Zwei der Sensoren sind während der 63 Tage zeitweise gestört worden, so dass nur ein einziger Wal verlässliches Datenmaterial lieferte.

... mehr zu:
»Sensor »Spitzberg »Wal


Untersucht wurden vor allem der Salzgehalt und die Temperaturschwankungen in den arktischen Fjorden. Die Ergebnisse werden von den Wissenschaftlern skeptisch betrachtet, da bisher angenommen wurde, dass es in den Gebieten um Spitzbergen lediglich arktisches Wasser gebe. Indessen scheint sich aber zu bestätigen, dass das warme Atlantische Wasser über die Barents-See und die Fram-Straße nach Spitzbergen gelangt. Unklar ist bisher auch, ob dieses Phänomen natürliche Ursachen hat oder wegen der globalen Erwärmung erfolgt. "Messungen in Gebieten wie dem Storfjorden vor der Küste Spitzbergens sind für das Verständnis der gesamten ozeanischen Systeme äußerst wichtig", so Ole Andres Nost, beteiligter Forscher vom norwegischen Polar Institut in Tromsö. Messungen vom Schiff aus seien um ein Vielfaches teurer, so der Wissenschaftler. Die gesammelten Daten haben gezeigt, dass das wärmste Wasser in den tiefsten Teilen des Fjords lag, darüber lag eine Schicht kälteres und stärker salzhaltiges Wasser, von dem die Forscher vermuten, dass es noch aus dem vergangenen Winter stammte. Kopfzerbrechen bereitet den Wissenschaftler das warme Wasser, das das Potenzial für eine Änderung der Eisformation habe.

Die Forscher wollen in Zukunft auch andere Wale als wissenschaftliche Versuchstiere einsetzen. Nach Angaben des norwegischen Forschers sei das Ansetzen der Sensoren problemlos verlaufen. "Wahrscheinlich spüren die Wale durch die dicke Haut das gar nicht, denn der Beluga hat auf das Einsetzen der Sensoren gar nicht reagiert", so Nost. Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wassertemperaturen bekommen die Forscher auch einen Einblick in das Leben der bisher weitgehend unerforschten Beluga-Wale.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.agu.org/journals/gl
http://www.npolar.no

Weitere Berichte zu: Sensor Spitzberg Wal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen