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US-Forscher sehen Zusammenhang von Umweltverschmutzung und Jugendkriminalität

08.01.2003


Forscher der Universität von Pennsylvania in Pittsburgh haben in einer Studie eine Korrelation zwischen der Umweltverschmutzung und der Jugendkriminalität hergestellt. Untersucht wurden Jugendliche, die straffällig geworden sind und bei denen extrem hohe Bleiwerte in den Knochen gefunden wurde, berichtet BBC-Online.


Die Wissenschaftler um Herbert Needleman haben 200 Jugendliche von verschiedenen High-Schools in Pittsburgh und rund 200 jugendliche Straftäter, die beim Juvenile Court of Allegheny County verurteilt wurden, genauer untersucht. Mithilfe einer Röntgen-Fluoreszenz-Spektroskopie wurden die Bleigehalte in Beinknochen gemessen. Die Knochen der Verurteilten wiesen einen durchschnittlichen Wert von elf ppm (parts per million) auf, während bei anderen Jugendlichen lediglich 1,5 ppm Blei in ihren Knochen gefunden wurde. Nach Angaben des Studienleiters zeigt die Untersuchung eine deutliche Korrelation zwischen dem Bleigehalt und der veränderten Verhaltensweise. In ärmeren Haushalten sind Kinder zum Beispiel durch schlechte Wasserleitungen, alte giftige Farben und Anstriche sowie von Abgasen aus dem Straßenverkehr höheren Belastungen ausgesetzt. "Seit Jahren berichten Kinderärzte davon, dass Kinder ihr Verhalten nach Bleivergiftungen verändern. Kinder werden aggressiv, überaktiv und reizbar", so Needleman, der fordert, dass auch in einfachen Haushalten Wasserleitungen und alte, giftige Farben von den Vermietern gesetzlich verpflichtend ausgetauscht werden müssten.

Stuart Pocock, Mediziner an der London School of Hygiene and Tropical Medicine, hatte bereits in den Neunzigerjahren in einer breitangelegten Studie berichtet, dass erhöhte Bleibelastungen bei Kindern zu niedrigeren IQ-Werten führen. Pocock weist aber daraufhin, dass geringe Mengen von Blei kaum zu merklichen Unterschieden führen würden. "Es könnte sein, dass beim Vorliegen einer Tendenz zur Begehung von Straftaten, diese aus dem Hintergrund, der zur Straftat führt, stammen kann". Es sei aber extrem schwierig einen kausalen Zusammenhang zwischen geringer Bleibelastung und behavorialen Problemen zu ziehen. Unklar bleibt in der Studie die Korrelation der Bleiwerte auf die Mentalität der Straftäter oder ob nur Jugendliche, die in ärmeren sozialen Verhältnissen aufwachsen, davon betroffen sind. Nach Meinung verschiedener Forscher ist hinlänglich bekannt, dass hohe Dosen von Blei toxisch wirken. Besonders schadet Blei dem Hirnwachstum bei Kindern.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pitt.edu
http://news.bbc.co.uk

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