Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eigenschaften gentechnisch veränderter Bäume sind oft instabil

12.12.2002


Umweltbundesamt veröffentlicht Studie zur Genstabilität



Die Eigenschaften und Merkmale gentechnisch veränderter Bäume sind nicht immer von Dauer. Für Bäume ist dies besonders kritisch, weil sie wegen ihrer langen Lebenszeit schwierig zu testen und zu kontrollieren sind. Eine Markteinführung transgener Bäume in Europa ist aus Sicht des Umweltbundesamtes (UBA) wegen der ungelösten Sicherheitsfragen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu verantworten. Im Auftrag des UBA gingen die Autoren Thomas Pickard und André de Kathen von BioTechConsult, Berlin, den Ursachen für die Instabilität auf den Grund. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass gentechnisch veränderte Lebewesen über die natürliche Schwankungsbreite hinaus zusätzlichen Einflüssen unterliegen, die zu Veränderungen der Merkmalsausprägung eines Individuums führen. Davon sind auch genetische Veränderungen betroffen, die zur Sterilität führen und somit Sicherheit vor ungewolltem Auskreuzen und Ausbreiten bieten sollen.

... mehr zu:
»Pflanze »Sicherheitssystem


Im Rahmen der Sicherheitsforschung zur Gentechnik fördert das UBA ein Verbundprojekt mit dem Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein, das unter anderem den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Genstabilität verschiedener transgener Gehölzarten untersucht. Das Projekt soll dazu beitragen, die Grundlagen für die Risikobewertung bei der Freisetzung und dem Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Gehölze zu verbessern, denn: Im Gegensatz zu den raschen Fortschritten bei der Entwicklung transgener Bäume ist das Wissen über deren langfristige Wirkungen auf die Umwelt nach wie vor sehr lückenhaft.

Verschiedene Forst-, Obst- und Ziergehölze werden bereits gentechnisch verändert. Die Bandbreite reicht vom herbizidresistenten Weihnachtsbaum über verschiedene Krankheits- und Schädlingsresistenzen bis zur Schwermetall aufnehmenden Pappel. Auch in Deutschland finden Freisetzungsversuche mit transgenen Bäumen statt - unter strengen Sicherheitsauflagen.

Die Verbreitung gentechnisch veränderter Bäume muss verhindert werden, um ein Risiko für unsere heimischen Wälder zu vermeiden. Deshalb setzt die Forschung hier auf so genannte biologische Sicherheitssysteme. Diese Systeme wirken in der Pflanze und machen sie steril, also vermehrungsunfähig. Ob und wie dies für langlebige Organismen - wie Bäume - sichergestellt werden kann, ist noch mit vielen Fragen behaftet. Da es gegenwärtig noch kein ausreichend stabiles biologisches Sicherheitssystem für Bäume gibt, müssen, um das Risiko einer Ausbreitung in der Umwelt so gering wie möglich zu halten, mindestens zwei verschiedene Systeme, zum Beispiel zwei unterschiedlich wirkende Sterilitätsmechanismen, in einer Pflanze kombiniert werden.

Ulrike Bauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de
http://www.umwelt.schleswig-holstein.de/?21838

Weitere Berichte zu: Pflanze Sicherheitssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie