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Kirgisistans Walnusswälder zwischen Übernutzung und Schutz

06.12.2002


Noch bedecken natürliche Walnusswälder weite Teile der südlichen Bergketten des Tien Shan in der mittelasiatischen Republik Kirgisistan. Die weltweit einzigartigen Wälder beherbergen eine große Vielfalt an Lebensformen und tragen entscheidend dazu bei, den Lebensunterhalt der Bevölkerung zu sichern. Heute sind diese Waldgebiete durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen bedroht.



Die Zusammenhänge zwischen dem sozio-ökonomischen Wandel und Umweltveränderungen in Süd-Kirgisistan sollen in Feldforschungen herausgearbeitet werden, die Professor Dr. Hermann Kreutzmann vom Institut für Geographie der Universität Erlangen-Nürnberg und Professor Dr. Udo Schickhoff vom Botanischen Institut der Universität Greifswald gemeinsam leiten. Die VolkswagenStiftung hat für das Vorhaben "Der Einfluss des Transformationsprozesses auf Mensch-Umwelt-Interaktionen in Süd-Kirgisistan" 397.300 Euro bewilligt.



Die Wissenschaftler gehen dem Wechselspiel zwischen Transformation und Umwelt in drei Teilprojekten nach. Um einen Bezugsrahmen für die aktuelle Einschätzung zu erhalten, analysieren sie die politischen, ökonomischen und sozialen Veränderungen nach dem Zusammenbruch des autoritären sozialistischen Systems. Konkret wird nachvollzogen, welche ökologischen Folgen die Aktivitäten der Menschen in der Region haben, wie also zunehmender Nutzungsdruck sich auf die Wälder auswirkt. Die Zusammenführung der Ergebnisse in einem dritten Schritt soll helfen, Möglichkeiten einer am Leitbild der Nachhaltigkeit orientierten Entwicklung aufzuzeigen.

Parallel zu den Feldforschungen werden sich die Projektbeteiligten regelmäßig in der kirgisischen Hauptstadt Bishkek und in Greifswald mit internationalen Experten treffen. Zudem ist ein Trainings- und Austauschprogramm für kirgisische "junior scientists" und deutsche Diplomanden geplant.

Die VolkswagenStiftung unterstützt das Projekt aus Mitteln der Förderinitiative "Zwischen Europa und Orient - Mittelasien/Kaukasus im Fokus der Wissenschaft", die das Forschungsinteresse an der Region nach dem Ende der Sowjetunion stärken und die Vernetzung deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Kollegen aus diesem Gebiet vorantreiben soll.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Hermann Kreutzmann
Lehrstuhl für Kulturgeographie und Entwicklungsforschung
Tel.: 09131/85 -22633, -22639
E-Mail: hkreutzm@geographie.uni-erlangen.de

Dr. Matthias Schmidt
Tel.: 09131/85 -26680
E-Mail: mschmidt@geographie.uni-erlangen.de

Gertraud Pickel | idw

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