Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Schnelltest" ortet organische Bodengifte

03.12.2002


Identifikation der Schadstoffe im Untergrund durch Leitfähigkeitsmessungen




Steht ein Areal unter dem Verdacht, dass der Boden oder das Grundwasser darunter mit Schadstoffen kontaminiert ist, sind lange und kostenintensive Arbeitsschritte nötig, um die Präsenz des Schadstoffes zu bestätigen und das Ausmaß der Kontamination zu beschreiben. Der Geophysiker Reinhard Frohlich (Bild) von der University of Rhode Island hat nun eine Methode entwickelt, die unterirdische Kontaminationen schnell und effizient aufspürt. Die US-Umweltschutzbehörde EPA unterstützte das Projekt mit 55.000 Dollar.

... mehr zu:
»Farm »Kontamination »Schadstoff


Frohlichs System beruht auf Leitfähigkeitsmessungen des Bodens. Derartige Messungen werden bereits eingesetzt, um kontaminierte Salze, die Strom gut leiten, im Grundwasser aufzuspüren. Das Verfahren des Geophysikers weist aber auch nicht leitende organische Verbindungen wie Toluene, Benzene, Xylene, Phenole und krebserregende Substanzen nach.

Die Methode funktioniert laut Frohlich vom Prinzip her einfach: Zwei Metallstäbe werden in unterschiedlichen Entfernungen in den Boden gesteckt und mit einer Stromquelle verbunden. Durch die Messung der Spannung zwischen den Stäben wird der Widerstand des Untergrundes ermittelt. "Das System scheint bei allen organischen Verbindungen zu funktionieren. Der Widerstand steigt in jenen Gebieten, wo der Grundwasserleiter (Aquifer) verunreinigt ist, signifikant an", erklärte Frohlich. Das System könnte daher als erster Schritt im Sanierungsprozess eingesetzt werden, da es schneller als herkömmliche Methoden ist und weniger Bohrungen in den Aquifer nötig sind.

Frohlich hat das System bereits in der Picillo Pig Farm in West Coventry erfolgreich getestet. Die Picillo Pig Farm ist eine durch illegale Chemiemüll-Ablagerungen kontaminierte Stelle. Diese wurde 1978 durch eine Explosion auf dem Gelände entdeckt. Seit mehr als 20 Jahren wird das Gelände von der EPA untersucht und saniert. "Die Picillo Farm eignet sich sehr gut für die Experimente, da die Ergebnisse mit jenen der zahlreichen Beobachtungsbrunnen und anderen über die Jahre durchgeführten Analysen verglichen werden können", betont Frohlich. Zudem gelang es auch in Laborexperimenten, unterschiedlich stark verunreinigte Böden von sauberen zu unterscheiden. Im nächsten Schritt soll das System verfeinert werden, um auch das quantitative Ausmaß der Kontamination feststellen zu können.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uri.edu
http://www.epa.gov

Weitere Berichte zu: Farm Kontamination Schadstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik